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Pietismus und Empfindsamkeit

Pietismus und Neue Empfindsamkeit

Im 17. Jahrhundert entstand innerhalb des Protestantismus eine Bewegung, die die Kirche erneuern wollte. Die persönliche Frömmigkeit sollte gefördert werden. Der Mensch sollte sich und seine Gefühle ausdrücken und nicht den erstarrten Riten der Kirche folgen.

Philipp Jakob Spener entwickelte diese Vorstellungen 1675 in seinem Buch “Pia Desideria”. Der Gläubige sollte durch das eigene intensive Bibelstudium zum Glauben finden und sich darin erkennen. Als Seelsorger und Missionare sollte die Pietisten das christliche Weltbild anderen Menschen vermitteln. Dabei spielte die praktische Nächstenliebe eine wichtige Rolle im Leben der Anhänger des Pietismus.

Die Pietisten lehnten die Werke der Kunst und Literatur ab, sofern sie nur zur persönlichen Zerstreuung dienten. Die gefühlsstarke Sprache der Pietisten sollte aber bald Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Literatur haben. Ihre Begeisterung für die Natur und die Religion fand sich später in den Werken der Vertreter der Empfindsamkeit und des “Sturm und Drang”

Friedrich Gottlieb Klopstock wurde zu einem bedeutenden Vertreter dieser Form der Dichtung. Damit wurden die Grundlagen für die neue Empfindsamkeit gelegt.

Die deutschen Dichter erhielten auch Anregungen aus England. Die deutschen zeitgenössischen Zeitschriften machten auf die englischen Dichter aufmerksam. John Milton, Samuel Richardson, Oliver Goldsmith u.a. gaben Anregungen für die deutschen Dichter.