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Sturm und Drang: Der Göttinger Hainbund
Man denkt bei der Erwähnung der Epoche des “Sturm und Drang” zuerst immer an Goethe und Schiller. Es gab aber auch eine “norddeutsche” Gruppierung in dieser Epoche, die dazu gezählt werden muss. Auch diese jungen Dichter verehrten die Werke Klopstocks und wollten ihm nacheifern. Im Gegensatz zu den Weimarer Dichtern schufen sie hauptsächlich Lyrik.
Heinrich Christian Boie, der Herausgeber des “Göttinger Musenalmanachs” gehörte zu den Mitbegründern des “Göttinger Hainbund”. 1772 fanden sich hier die damaligen Studenten Johann Heinrich Voß, Johann Martin Miller, die Brüder Friedrich Leopold und Christian Stolberg sowie Ludwig Heinrich Hölty vereint.
Die Begeisterung über Klopstock war etwas exaltiert. Klopstock war für die jungen Studenten ein deutscher Homer. Ihren Bund benannten sie nach Klopstocks Gedicht “Der Hügel und der Hain”. Bei ihren Treffen ahmten sie stets das Verhalten ihrer literarischen Vorbilder aus Klopstocks Werken nach. Sie verkündeten dabei ihre unverbrüchliche Freundschaft und ergingen sich in sehr gefühlsvollen Gesten und Umarmungen. Tränen wurden dabei auch vor Rührung vergossen.
Der Ort, an dem sie sich einfanden, nannten sie Hain. In ihren Gedichten fand diese Form der Empfindsamkeit ihren Ausdruck. Friedrich Stolbergs “Fülle des Herzens” (1777) ist dafür ein gutes Beispiel.
Neben persönlichen Empfindungen über die Liebe, der Natur und der Fantasie, war auch die Nation Thema ihrer Gedichte. Dieses Publikum fand beim Publikum so große Begeisterung, dass viele Gedichte als Volkslieder weitere Verbreitung fanden.
Die Vertreter des “Hainbundes” drückten ihre Empfindungen, wie auch Schiller und Goethe, durch Wortneuschöpfungen aus, Wie “Sonnendurst”, “Toben in der Brust” u.a.
Ihre Begeisterung trieb die Dichter auch bis zum Pathos, der besonders bei den “nationalen” Gedichten vorkam.
Nachdem die jungen Dichter 1774 ihr Studium in Göttingen beendet hatten, trennten sie sich und beendeten ihre Treffen im Hain.
Literatur:
Werner Kohlschmidt: Sturm und Drang in: Bruno Boesch (Hrsg.): Deutsche Literaturgeschichte in Grundzügen. 3. Aufl. Bern: Franke 1967
Claus J. Gigl: Deutsche Literaturgeschichte Freising: Stark 1999 (Abitur-Wissen Deutsch.)
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