Friedrich Schiller


Friedrich Schiller

- Biographie -

Schillers Vater, Johann Caspar Schiller, diente mehrere Jahre als Soldat und Feldscher in den Niederlanden. 1749 verließ er den Dienst und zog nach Marbach am Neckar. Er fand eine Anstellung als Wundarzt. In Marbach heiratete er Elisabeth Dorothea Kodweiß. Aus finanziellen Gründen trat er wenig später in ein württembergisches Regiment ein und diente im Siebenjährigen Krieg.

Die folgenden Jahre verlebte er in verschiedenen Garnisonsstädten. Am 10. November 1759 wurde der Sohn Johann Christoph Friedrich, später genannt “Fritz”, in Marbach geboren.

Ab 1764 wohnte die Familie Schiller in Lorch im Remstal, nahe bei Schwäbisch-Gmünd. Der Vater Friedrichs diente jetzt als Hauptmann in der württembergischen Armee. Friedrich Schiller erlebte in Lorch mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Christophine seine Kindheit.

Schillers erste Schuljahre verliefen unspektakulär, nichts deutete auf sein späteres Talent hin. Sein Elternhaus förderte ihn nicht besonders. Deren protestantische Lebensweise führte dazu, dass man nichts dagegen gehabt hätte, wenn Friedrich Pfarrer geworden wäre.

Friedrichs Interesse an der Religion entstand aus seiner Achtung für den Pastor der Stadt, Philipp Ulrich Moser, der ihm Privatunterricht erteilte. 1766 zog die Familie nach Ludwigsburg um. Hier residierte Carl Eugen Herzog von Württemberg. Der Herzog wollte in dieser Zeit seine Provinzstadt zum Mittelpunkt höfischen Lebens ausgestalten. Er feierte prächtige Feste und förderte die Kultur seines Landes. Anerkannte Größen aus Oper und Ballett wurden von ihm engagiert.

Schiller erlebte das kulturelle Leben hautnah mit, weil sein Vater als Offizier des Herzogs “Freikarten” für das Theater erhielt. Schillers erste Eindrücke über diese Zeit sollten Einzug in seinen frühen Werken finden.

Friedrich Schiller besuchte mit Erfolg die Lateinschule der Stadt. Deren Abschlussprüfung berechtigte zur Teilnahme am Studium der Theologie. Über diese Zeit der Schule gibt es keine eindeutigen Berichte. Vieles deutet darauf hin, dass er ein guter Schüler war, aber keine literarischen Ambitionen zeigte.

Ab 1773 besuchte Friedrich Schiller die Karlsschule in Stuttgart. Die Herzogliche Militärakademie war vom württembergischen Herzog
Carl Eugen gegründet worden. Praktischerweise hatte der Herzog auch gleich die Leitung der Schule übernommen. Der Herzog hatte zu dieser Zeit begonnen, seine Politik zu ändern. Er gab das Geld nicht mehr bedenkenlos aus, sondern wurde in seiner Haushaltsführung sparsamer. So setzte er sich auch für die schulische Bildung ein. 1781 wurde die Karlsschule in eine Universität umgewandelt.

Der Herzog übte zunächst “sanften” Zwang bei der Einschulung seiner Zöglinge an. Die Söhne seiner Offiziere mussten daher die Karlsschule aufsuchen. Theologie gehörte nicht zu den Angeboten der Karlsschule. So war der junge Schiller gezwungen, sich für die juristische Ausbildung einzuschreiben, obwohl er daran wenig Interesse hatte.

Schiller war kein besonders auffälliger Schüler. Er fühlte sich durch die militärische Erziehung an der Schule eingeengt. Bekannt war aber seine Begeisterung für die Literatur. Goethe, Friedrich Gottlob Klopstock und  Lessing bewunderte Schiller besonders. Deren Werke waren als Lektüre in der Karlsschule untersagt. 1776 wurde Schillers erstes Gedicht “Der Abend” veröffentlicht. Schiller entwickelte in dieser Zeit eine Vorliebe für Tragödien. Beeinflusst durch seinen Lehrer Jakob Friedrich Abel, der Psychologie und Moralphilosophie lehrte, kam Schiller mit den Dramen Shakespeares in Berührung.

Schiller studierte in diesen Jahren viel engagierter. 1779 wurde er deshalb in den medizinischen Fächern ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung war zufällig Johann Wolfgang von Goethe anwesend - die erste Begegnung der beiden Dichter. Wie Goethe hatte auch Schiller Schwierigkeiten mit seiner Dissertation “Philosophia Physiologiae”. Sie enthielt ebenfalls Thesen, die den Professoren sehr missfielen.