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Gefunden
Ich ging im Walde So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn.
Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön.
Ich wollt es brechen, Da sagt´es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein?
Ich grubs mit allen Den Wurzeln aus, Zum Garten trug ich´s Am hübschen Haus.
Und pflanzt es wieder Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort
Der König in Thule
Es war ein König in Thule Gar treu bis an das Grab, Dem sterbend seine Buhle Einen goldenen Becher gab.
Es ging ihm nichts darüber, Er leert´ihn jeden Schmaus; Die Augen gingen ihm über, So oft er trank daraus.
Und als er kam zu sterben, Zählt´er seine Städt´im Reich´, Gönnt´alles seinen Erben, Den Becher nicht zugleich.
Er saß beim Königsmahle, Die Ritter um ihn her, Auf hohem Vätersaale; Dort auf dem Schloss am Meer.
Dort stand der alter Zecher, Trank letzte Lebensglut, Und warf den heilgen Becher Hinunter in die Flut.
Er sah ihn stürzen, trinken Und sinken tief ins Meer. Die Augen taten ihm sinken; Trank nie einen Tropfen mehr.
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Heidenröslein
Sah ein Knab´ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell es nah zu sehn, Sah´s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden!
Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: Ich steche dich, Dass du ewig denkst an mich, Und ich will´s nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden.
Und der wilde Knabe brach ´s Röslein auf der Heiden; Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch kein Weh und Ach, musst´es eben leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden.
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Ein gleiches
Über allen Gipfeln Ist Ruh, In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch.
Erlkönig
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlkönig mit Kron´und Schweif?- Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.-
“Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Gar schöne Spiele spiel ich mit dir; Manch bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand.”
Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht?- Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind! In dürren Blättern säuselt der Wind.-
“Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? Meine Töchter sollen dich warten schön; Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn, Und wiegen und tanzen und singen dich ein.”
Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düstern Ort?- Mein Sohn, mein Sohn, ich seh´es genau; Es scheinen die alten Weiden so grau.-
“Ich lieb dich, mich reizt deine schöne Gestalt; Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.” Mein Vater, mein Vater, jetzt fasst er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids getan!-
Dem Vater grausets, er reitet geschwind, Er hält in Armen das ächzende Kind, Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.
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