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Johann Wolfgang von Goethe
- Biografie-
Jugendjahre
Der Großvater Goethes, Friedrich Georg Göthé, stammte aus Thüringen. Er war Schneider von Beruf und arbeitete mehrere Jahre in Frankreich. 1685 zog er nach Frankfurt am Main und unterhielt hier eine florierende Schneiderei. Goethes Vater studierte in Leipzig Recht. Er bemühte sich um eine Position im Frankfurter Rathaus; doch er wurde abgelehnt.
Mit dem Erbe konnte sich Goethes Vater, Johann Caspar Goethe, bereits im Alter von 32 Jahren zur Ruhe setzen und seinen Interessen nachgehen. Zu seinen Leidenschaften gehörte die Kunst und die Naturwissenschaften. Auf diese Weise entstand im Laufe der Jahre eine umfangreiche Bibliothek im Hause Goethes. Goethes Mutter, Catharina Elisabeth geb. Textor, war die Tochter des Schultheiß´von Frankfurt. Sie war im Gegensatz zu ihrem Ehemann eine lebenslustige Frau.
Johann Wolfgang Goethe kam am 28. August 1749 in Frankfurt am Main zur Welt. Die Familie lebte zu dieser Zeit “Am Großen Hirschgraben” in der Nähe des Römerberges in einem dreistöckigen Haus. Goethe wuchs hier mit seiner jüngeren Schwester Cornelia auf. Vier weitere Geschwister Goethes verstarben bereits im Kindesalter.
Goethe ging nur kurz zur Schule, ehe der Vater und mehrere Hauslehrer seine schulische Ausbildung übernahmen. Der Vater, ein Anhänger der Lutheraner, legte bei der schulischen Bildung seines Sohnes besonders Wert auf religiöse Themen. Johann Caspar Goethe misstraute dem unterentwickelten Schulsystem Frankfurts. Seine eigenen Vorstellungen von Bildung und Erziehung waren sehr eigen. Goethe bezeichnete später die Bildungsbemühungen seines Vaters als Dilettantismus.
Der Unterricht war nicht nur auf Goethe und seine Schwester beschränkt, auch andere Kinder besuchten den Unterricht im Hause Goethe. Goethes Vater engagierte internationale Lehrer für seine Kinder: Latein lehrte ein Türke, ein Italiener italienisch, ein Jude jiddisch. Weitere Unterrichtsfächer waren u.a. Musik, Schönschrift und Zeichnen. Die letztgenannten Fächer dokumentierten sich später in Goethes klarer Handschrift und in seinen Zeichnungen, die er auf seinen Reisen anfertigen sollte.
1759 quartierten sich französische Offiziere in das Haus der Familie ein. Goethe freundete sich bald mit einem Offizier an, der sich besonders für die Malerei interessierte. Der junge Goethe besuchte in diesen Monaten eine französische Wanderbühne und verfolgte begeistert deren Aufführungen. Dabei blickte er auch neugierig hinter die Kulissen und lernte den Theaterbetrieb kennen.
Diese Welt beeindruckte ihn dermaßen, dass er Gedichte und Prosa zu schreiben begann. Er schrieb ein “Theaterstück” extra für die französischen Schauspieler.
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