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Der Rhein



Flussabschnitte

Der Rhein mit einer Länge von 1230 km, entsteht am Zusammenfluss von Vorderrhein und Hinterrhein bei Reichenau im Kanton Graubünden. 865 Kilometer Länge hat der Rhein innerhalb Deutschlands. Er ist dabei zwischen 100 und 400 Metern breit. Sein gesamtes Einzugsgebiet beträgt 252 000 Quadratkilometer. An Wasser bewegt er am Bodensee bis zu 230 Kubikmeter pro Sekunde und bei Rees am Niederrhein bis zu 2000 Kubikmeter pro Sekunde.

Der Rhein hatte in erdgeschichtlicher Zeit mehrfach seine Richtung geändert. Vor 50 Millionen Jahren floss der Hochrhein noch ins Mittelmeer. Erst die Bildung der Alpen kappte diese Verbindung. Der Alpenrhein war vor zwei Millionen Jahren der Quellfluss für die Donau, die schon damals ins Schwarze Meer floss. Erst die Eiszeit zwang mit ihren vordringenden Gletschern, den Rhein in seine heutige Richtung.
Der Vorderrhein ist 68 km lang und entspringt im Tomasee.  Der See ist nur 250 Meter lang und 10 Meter tief. Die Quelle des Hinterrheins befindet sich bei Rheinwaldhorn im Adulamassiv und ist 57 km lang. Interessant ist, dass sich beide Quellen auf der gleichen Höhe befinden, nämlich auf 2344 m.

Vom Zusammenfluss bei Reichenau heißt der Fluss jetzt Alpenrhein und hat eine Länge von 102 km bis er den Bodensee erreicht. Seine Zuflüsse sind die Landquart und die Ill. Bei Hard mündet er in den Bodensee. Das Delta des Flusses weitet sich durch Ablagerungen in den Bodensee hinaus stetig aus.

Bei Konstanz
fließt der Rhein in den Untersee und wird bei Stein am Rhein zum Hochrhein. Auf diesem Abschnitt von 145 km münden Thur, Aare und Wutach in den Rhein. Bei Schaffhausen stürzt das Wasser über 23 m tief auf 150 m Breite und bildet den berühmten Rheinfall, den größten Wasserfall Europas. Über 70000 Liter fließen pro Sekunde den Fall hinab.

Zwischen Bodensee und Basel hat der Rhein ein Gefälle von 150 Metern. Dehalb entstand bereits 1898 ein Flusskraftwerk bei Rheinfelden. Weitere Kraftwerke folgten in den nächsten Jahrzehnten.
Bis Basel*
überwindet der Fluss mehrere Stromschnellen. Danach wird er zum Oberrhein (358 km) und durchfließt das Oberrheinische Tiefland bis Bingen.

Der Fluss wurde in diesem Bereich im 19. Jahrhundert begradigt, um die Anwohner vor den wiederkehrenden Überflutungen zu schützen. Der Fluss war zu dieser Zeit drei bis vier Kilometer breit und wand sich in zahllosen Windungen durch die Riedauen des Oberrheingrabens. Die Ufer waren sumpfig und bildeten Brutherde für die unterschiedlichsten Krankheiten von Fieber bis Ruhr.
Johann Gottfried Tulla leitete die Begradigung des Rheins. Der Fluss wurde dadurch um 82 Kilometer verkürzt und seine Breite auf 200 Meter eingeschränkt.

Die ökologischen Folgen waren gravierend. Zwischen Basel und Breisach hatte sich das Flussbett vertieft, und das Wasser floss schneller. Der Grundwasserspiegel sank und große Mengen Geröll wurden flussabwärts bewegt und bildete dabei zahllose kleine Inseln.Die Bauern waren nun zwar vor den Überschwemmungen geschützt, und sie hatten bessere Ernten, aber die Schifffahrt war in diesem Rheinabschnitt behindert.

Zwischen Basel und Straßburg
wird deshalb der Rheinseiten-Kanal von der Schifffahrt bevorzugt, da er größere Wassermengen führt. Zwei weitere Kanäle münden in diesem Abschnitt in den Rhein: der Rhein-Rhone-Kanal bei Niffer und der Rhein-Marne-Kanal bei Straßburg. Zwei große Flüsse führen in den Rhein: der Neckar und der Main.

Von Bingen bis Bonn heißt das Gewässer jetzt Mittelrhein (113 km) und durchfließt das Mittelrheinische Becken. Nahe, Mosel, Ahr, Lahn und Sieg sind bedeutende Zuflüsse in dieser Gegend.

Ab
Bonn spricht man vom Niederrhein (212 km). Bis zum Delta in die Nordsee münden der Rhein-Herne-Kanal und der Wesel-Datteln-Kanal und die Flüsse Erft, Wupper, Ruhr, Emscher und Lippe in den Rhein.

Bei Pannerden in den Niederlanden beginnt das verzweigte Flussdelta des Rheins.

Der Rhein als Verkehrsweg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Rheins. Ab 1957 befuhren Schubschiffe den Rhein, die in der Lage waren bis zu 20000 Tonnen zu transportieren. Die Verbände waren bis zu 270 m lang und 22 m lang. Die Größe dieser und anderer Schiffe zwang dazu, den Rhein für die gewachsenen Anforderungen auszubauen.

Der Rhein wurde mehrfach gestaut, und es wurde verhindert, dass er frei fließen konnte. Fragen des Umweltschutzes spielten zunächst eine geringe Rolle. Es gelang aber, den Ausbau des Rheins zwischen Basel und Bodensee für die Großschifffahrt zu verhindern, weil der Bodensee als Trinkwasserreservoir geschützt werden musste (1966).

Die Großschiffe konnten nur noch bis Rheinfelden fahren. Der Fluss wurde nach Basel durch eine Staustufe geregelt, Birsfelden. Frankreich und Deutschland finanzierten teils in Eigenregie bzw in Zusammenarbeit mehrere weitere Staustufen und Wehre bis nach Karlsruhe.

Die Tiefe des Rheins reichte von der Schweiz (bis zu 4,5 m) über Iffezheim (2,1 m). Ab Köln wurde der Fluss auf 2,5 m Tiefe ausgebaut. Die Fahrrinnen wurden ebenso erweitert.

Das niederländische Rheindelta wurde durch mehrere Sturmflutwehre und Sperrwerke gegen Sturmfluten gesichert.

Kraftwerke am Rhein

Der Vorderrhein wird bereits kurz nach seiner Quelle für die Energiegewinnung genutzt. Über betonierte Bachbetten wird sein Wasser und das anderer Bäche zum Kraftwerk Vorderrhein geführt und von dort zum Stausee Lai da Curnera. Weiter fließt das Wasser durch einen Druckstollen in den Lai da Nalps. Ein Druckschacht leitet das Rheinwasser schließlich zum Kraftwerk Sedrun.

Nach Sedrun fließt der Rhein immer noch nicht in seinem Bett. Wieder wird er durch eine 27 Kilometer weiten Stollen bis Tavanasa geführt. Die Wasserkraft wird auch hier zur Energiegwinnung genutzt.

Auch das Gefälle des Hinterrheins sollte für Kraftwerke genutzt werden. Das Gebiet des Rheinwaldes sollte dafür mit einem Kraftwerk bebaut werden. Obwohl die Bevölkerungszahl der Gegend stetig seit Ende des 19. Jahrhunderts abnahm, regte sich Widerstand gegen die Baupläne. Die Kraftwerksbau wurde verhindert. Nur der Stausee Sufers blieb von den Plänen übrig.

Ab Schaffhausen nutzen zwölf Wasserkraftwerke die Kraft des Hochrheins. Bereits 1895 wurde das erste Kraftwerk in diesem Abschnitt gebaut. Die Kraftübertragungskraftwerke Rheinfelden waren das erste “elektrische” Wasserkraftwerk.

In den nächsten Jahrzehnten entstanden zwölf weitere Kraftwerke. Bei der Planung der Anlagen wurden auch gleichzeitig Schleusen für die Schifffahrt gebaut.

Die einzelnen Kraftwerke sind u.a. : Augst-Wyhlen , Laufenburg, Eglisau , Ryburg-Schwörstadt , Albbruck-Dogern, Reckingen, Birsfelden, Rheinau.

Geschichte

Bereits die Römer nutzten den Rhein als Handelsroute und Transportweg für ihre Legionen. Cäsar ließ 55 v. Chr. beim heutigen Koblenz die erste Rheinbrücke bauen. Der Rhein war auch die Grenze zu Germanien und aus zahlreichen Kastellen entwickelten sich Städte wie Straßburg, Bonn, Köln u.a.

Im Mittelalter war der Rhein der bedeutendste Handelsweg in Nord-Süd-Richtung. Zu Hansezeiten gelangten Seeschiffe sogar bis nach Köln. Später schränkten unzählige Zollgrenzen die Handelsschifffahrt auf dem Rhein ein.

Erst 1868 regelten die europäischen Anliegerstaaten mit der Mannheimer-Rhein-Schiffahrtsakte den freien Verkehr auf dem Rhein.
 

 

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