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Otto I. , der Große : Kaiser des Heiligen Römischen Reiches

Otto wurde am 23. November 912 als Sohn von König Heinrich I. geboren. Sein Vater hatte während seiner Herrschaft das Reich geeint und die Zentralgewalt ausgebaut. Schon zu Lebzeiten ernannte Heinrich seinen Sohn Otto zum Nachfolger. Heinrichs ältester Sohn Thankmar wurde von der Thronfolge ausgeschlossen.

Die Frankenkönige hatten bisher das Land unter den Königssöhnen aufgeteilt. Erst 912 begann man in Burgund, das Land an den erstgeborenen Sohn zu vererben. Dagegen verstieß Heinrich I: mit seiner Entscheidung und legte damit den Grundstein für die Zwistigkeiten zwischen seinen Kindern mit dem neuen König.

Am 2. Juli 936 starb Heinrich I. Der Adel und die Vertreter der Kirche krönten anschließend Otto am 7. August 936 zum König. Otto I. ließ sich in der alten Kaiserpfalz Aachen krönen und machte damit deutlich, dass er mit seiner Herrschaft an die Zeiten Karls des Großen anknüpfen wollte. Die Krönung fand deshalb in der Grabeskirche Karls des Großen statt. Bis zum Ende des Mittelalters wurde die Marienkirche zur Krönungsstätte deutsche Kaiser und Könige.

Otto I. musste seine Herrschaft in den ersten Jahren gegen rivalisierende Fürsten verteidigen. Unter seinen politischen Gegners waren auch sein Halbbruder Thankmar, der älteste Sohn Heinrich I. und sein Bruder Heinrich. Es gelang dem König schließlich, sich gegen seine Gegner durchzusetzen und die Macht des Königshauses zu stärken.

Er verteilte einzelne Länder an seine Gefolgsleute bzw. Verwandten. Sein Sohn Liudolf erhielt Schwaben, sein Schwiegersohn Konrad der Rote Lothringen. Mit seinem Bruder Heinrich hatte er inzwischen Frieden geschlossen und vergab an ihn Bayern.

Außenpolitisch sicherte er die Grenzen im Westen und Osten. Der König von Burgund erkannte Otto I. als seinen Lehnsherrn an. Im Osten verstärkte Otto die Christianisierung der Slawen. 955 schlug er an der Recknitz ein slawisches Heer. In Magdeburg gründete er ein Bistum, dass in den nächsten Jahrhunderten für die Ausbreitung des Christentum jenseits der Elbe maßgeblich verantwortlich war.

951 zog Otto I. nach Italien ind griff in die dynastischen Auseinandersetzungen der Lombarden ein. Markgraf Berengar hatte in der Lombardei die Krone an sich gerissen. Doch die Opposition im Land favorisierte Adelheid, die Witwe des lombardischen Königs Lothar. Diese bat Otto I. um Hilfe.  Der König zog mit einem Heer über die Alpen. In Pavia ließ er sich zum König der Langobarden krönen. Um die Verbindung der Franken und Langobarden zu dokumentieren, heiratete er Adelheid. Die Heirat missfiel dem Sohn Ottos aus der ersten Ehe mit Editha, die früh verstorben war.

Liudolf verband sich mit Konrad dem Roten und rebellierte gegen seinen Vater. Liudolf und seine Verbündeten schrecken auch davor nicht zurück, mit den feindlichen Ungarn Kontakt aufzunehmen. 954 verloren sie deshalb die Auseinandersetzung mit dem König und wurden ihrer Ländereien verlustig. Otto I. besetzte die freigewordenen Ämter mit Familienmitgliedern. Weitere Positionen erhielten kirchliche Würdenträger.  Auch militärisch war der König erfolgreich.

Es gelang ihm am 10. August 955 auf dem Lechfeld die eingedrungenden Ungarn zu besiegen. Mit diesem Sieg beendete er die zahlreichen Einfälle der Ungarn. Wenige Jahre später bekehrten sich die Ungarn zum Christentum, und ihr König Stephan heiratete eine Tochter Kaiser Heinrichs II. Widukind, der Chronist Otto I., berichtet, dass das Heer nach dem Sieg, Otto zum Kaiser ausgerufen haben soll. Der Titel des Kaisers war seit 924 vakant, deshalb schien diese Entscheidung der deutschen Fürsten Sinn zu machen. Es vergingen aber noch sieben Jahre bis zur Krönung durch den Papst. Warum der Papst so lange zögerte, ist nicht bekannt.

Inzwischen setzte der deutsche König auf die Zusammenarbeit mit der Kirche, um seine Macht zu festigen und ein Gegengewicht zu den Herzögen in Franken und Sachsen zu haben. Als sein lombardischer Vasall Berengar sich gegen den Papst erhob, zog Otto 961 über die Alpen nach Italien. Unmittelbar vor dem Kriegszug ließ Otto seinen gleichnamigen Sohn zum Mitkönig ernennen, um seine Nachfolge zu sichern.

Als Dank für diese Unterstützung krönte ihn Papst Johannes XII. 962 zum Kaiser. Damit begann die enge Abhängigkeit zwischen dem Kaiser und dem Papst, die die nächsten Jahrhunderte Bestand haben sollte. Der fränkische Kaiser garantierte weiter die Sicherheit des Kirchenstaates und anerkannte die kirchlichen Besitztümer mit der Urkunde “Ottonianum”. Der Papst seinerseits gelobte dem Kaiser Treue. Doch die Treue des Papstes Johannes war nur von kurzer Dauer. Johannes verbündete sich mit Berengar gegen den Kaiser. Otto I. ließ deshalb den Papst absetzen und durch Leo VIII. ersetzen. Otto hatte bewiesen, wer zu dieser Zeit die Macht hatte.

Mit seiner Kaiserkrönung wurde Otto nicht nur zum legitimen Nachfolger Karls des Großen, er begründete auch die Jahrhunderte andauernde Tradition der fränkischen und deutschen Kaiser. Otto I. nannte sich jetzt “Durch Gottes günstige Gnade erhabener Kaiser.”

Doch der abgesetzte Papst und viele Römer rebellierten gegen den Kaiser und setzten Leo wieder ab. Otto musste wieder in die italienische Innenpolitik eingreifen.  Der Kaiser griff rigoros durch, als er in Rom 966 wieder einmarschierte. Er ließ mehrere politische Gegner hinrichten. Otto blieb weitere sechs Jahre in Italien, um das Land zu befrieden. In dieser Zeit (967) ernannte er auch seinen Sohn Otto zum Mitkaiser.

Der Machtzuwachs des deutschen Kaisers erweckte in Byzanz starkes Misstrauen. Otto I. konnte diesen Konflikt dadurch lösen, dass er seinen Sohn und Mitkaiser Otto II. mit der byzantischen Prinzessin Theophano , einer Verwandten des Kaisers Johannes I., verheiratete. Otto I. war zu diesem Zeitpunkt auf dem Gipfel seiner Macht.

Am 7. Mai 973 starb Otto I. in Memleben. Sein Sohn Otto II. wurde sein Nachfolger. Bald wurde der verstorbene Kaiser von den mittelalterlichen Historikern wie Thietmar, Widukind von Corvey und Otto von Freising in höchsten Tönen gelobt. Er wurde zum Begründer des Heiligen Römischen Reiches ernannt.

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