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Der Oder-Havel-Kanal : Geschichte
Am 1. April 1905 wurde der Bau des Großschifffahrtsweges Berlin-Stettin beschlossen. Die Bauarbeiten begannen am 19. September 1906.
Der Kanal begann an der Schleuse Berlin-Plötzensee, die Spree und Havel verbindet. Die Wasserstraße benutzt danach zunächst vorhandene Havelabschnitte und den Spandauer Schifffahrtskanal und den Oranienburger Kanal.
Am Lehnitzsee wird an der Schleuse ein Höhenunterschied von 5,65 Meter überwunden. Der folgende Abschnitt wurde neu gebaut. Der Weg führt weiter über den Malzer Kanal, danach folgt eine weitere Neubaustrecke.
Des weiteren kreuzt der Kanal Zerpenschleuse, den Finow- und Werbellinkanal. Nach Eberswalde überwandte zunächst eine Schleusentreppe mit vier Stufen 36 Meter Höhenunterschied. Jede Schleuse war 67 Meter lang und 10 Meter breit. Der alte Finowkanal, der Lieper und der Oderberger See sowie die alte Oder führen dann nach Hohenstaaten. Hier teilen zwei Schleusen (215 Meter lang, 19 Meter breit) den Weg nach Stettin.
Der Kanal wurde am 17. Juni 1914 von Kaiser Wilhelm II. festlich eröffnet. Der Kanal erhielt den Namen Hohenzollern-Kanal. Die DDR änderte diesen Namen 1949 in Oder-Havel-Kanal, der auch weiter verwendet wird. Der Kanal beginnt heute an der Spreemündung in Berlin-Spandau und endet an der polnischen Grenze bei Mescherin.
Eine technische Besonderheit des Kanals ist das am 21. März 1934 in Betrieb genommene Schiffshebewerk Nieder-Finow, dass die alte Schleusentreppe ersetzte. Neue Schleusen wurden bei Lehnitz (1940) und Hohenstaaten (1986-1988) gebaut. Die Schleuse in Berlin-Spandau wurde Anfang des neuen Jahrtausends nach umfangreichen Erweiterungsarbeiten wieder eröffnet, nach dem sie ab 1993 gesperrt war.
Die etwa 89,5 Kilometer lange Wasserstraße wird seit 1992 den gestiegenen wirtschaftlichen und technischen Anforderungen gemäß ausgebaut.
Literatur:
Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle ; Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen Hamburg: DSV-Verlag 1998
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