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Erste Pläne
Der Kanalbau
Wirtschaftliche Bedeutung
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Der Nord-Ostsee-Kanal : Geschichte, Bedeutung, Entwicklung
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Erste Pläne
Erste Pläne für einen Kanal zwischen Nordsee und Ostsee entstanden bereits 1848. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein wollten sich von Dänemark befreien und entwickelten deshalb in dieser Zeit den Plan eines Marinekanals zwischen Brunsbüttel* und Kiel*. Die deutsche Flotte sollte dadurch einen strategischen Verbindungsweg zwischen den Meeren erhalten. Doch erreichten die Herzogtümer zunächst keine Unabhängigkeit vom Königreich Dänemark.
Erst nach den Kriegen von 1864 und 1866 kamen die Ländereien zum Deutschen Reich. 1864 plante der preußische Oberbaurat Lentze einen Kanal von St. Margareten nach Eckernförde. Doch dieser Plan wurde nicht realisiert.
Erst der Hamburger Kaufmann Dahlström erreichte mit seinen Vorstellungen endlich Aufmerksamkeit. Er betonte 1878 die wirtschaftliche Bedeutung eines Kanals zwischen Nord- und Ostsee. Die damit zu erreichende Verkürzung des Seeweges überzeugte die damalige Reichsführung. 1880 entstand deshalb das “Reichsprojekt des Nord-Ostseekanals.” Für Kaiser Wilhelm I. hatte der Kanal auch militärische Bedeutung, und deshalb gab es auch seine Zustimmung. Am 16. März 1886 wurde das Reichsgesetz zum Bau des Kanals verabschiedet.
Der Kanalbau
Im folgenden Frühjahr, am 3. Juli 1887, wurde der Grundstein bei Holtenau gelegt. Nach achtjähriger Bauzeit wurde der 99 Kilometer lange Kanal am 20. Juni 1895 in Betrieb genommen. Sein Name: “Kaiser-Wilhelm-Kanal”.
Er beginnt südlich von Brunsbüttel und führt über Rendsburg* nach Holtenau bei Kiel. Sein Lauf weist mehrere Besonderheiten auf. Er führt seinen Weg über 25 Kilometer parallel zur Eider und quert den Fluss mehrfach. Der früher vorhandene Eiderkanal wurde durch den Nord-Ostseekanal dabei ersetzt. Der Kanal durchfließt außerdem mehrere Seen.
Die Kanalbreite betrug 1895 66,7 Meter bei einer Tiefe von neun Metern. Im Laufe der nächsten 70 Jahre wurde der Kanal bis auf 166 Meter Breite und 11 Meter Tiefe ausgebaut.
Bei Brunsbüttel und Holtenau regeln Schleusen den Wasserfluss. Der Eisenbahnverkehr und der Straßenverkehr überquerte über Brücken und Fähren den Kanal. Da die damaligen Hochseeschiffe sehr hohe Masten hatten, mussten die Brücken eine Mindesthöhe von 42 Metern haben. Wo diese Höhen nicht erreicht werden konnten, wurden Drehbrücken eingesetzt. Der übrige Verkehr wurde durch handgezogene Fähren über den Kanal transportiert.
Der 156 Millionen Reichsmark teure Kanal wurde von mehr als 7000 Bauarbeitern errichtet.
Wirtschaftliche Bedeutung
Die wirtschaftlichen Erwartungen, die man an diesen Kanalbau geknüpft hatte, wurden bald mehr als übertroffen. Die immer größer werdenden Handels- und Kriegsschiffe erforderten schließlich die Verbreiterung und Vertiefung des Kanals. Es wurden zusätzliche Ausweichstellen im Kanal geschaffen. Die Drehbrücken wurden abgebaut und durch Hochbrücken ersetzt. Die handbetriebenen Fähren wurden nun maschinell über den Kanal gezogen. Bei Brunsbüttel übernahmen jetzt Dampffähren den Betrieb. Die beiden Schleusen wurden von 1907 bis 1914 ausgebaut. Weitere Arbeiten wurden bis 1924 beendet.
Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs der Verkehr auf dem Kanal stetig bis auf 25 Millionen Nettoregistertonnen im Jahr 1940. Ein weiterer Ausbau des Kanals und der Schleusen erfolgte deshalb in dieser Zeit.
Der Kanal wurde während des Zweiten Weltkriegs nicht beschädigt, so dass die Schifffahrt nach Kriegsende sofort aufgenommen werden konnte.
Der Verkehr auf dem 1948 in “Nord-Ostsee-Kanal” umgenannten Kanal erreichte bereits in den 50er Jahren wieder den Vorkriegsumfang. Bis 1960 verdoppelten sich die transportierten Waren.
1966 wurde der Nord-Ostsee-Kanal auf 162 Meter erweitert und seine Böschungen wurden abgeflacht, damit sie den Wellengang unbeschadet überstehen konnten. Die Schleusen wurden den neuen technischen Anforderungen angepasst. Die alten Kettenfähren wurden durch Fährschiffe ersetzt.
Seit dieser Zeit ist der Nord-Ostsee-Kanal, den die internationale Schifffahrt jetzt “Kiel-Canal”* nennt, der meistbefahrene Seekanal der Welt.
Überquerungen:
Insgesamt überqueren zehn Brücken* den Nord-Ostseekanal. Die Straßenhochbrücke bei Brunsbüttel (2826 m) und die Eisenbahnhochbrücke Rendsburg (2486 m) sind die beiden längsten Bauten.
In Rendsburg unterqueren ein Straßen- und ein Fußgängertunnel den Kanal.
14 frei fahrende Fähren transportieren den übrigen Verkehr über den Seekanal. Die beiden größten Fähren ( je 100 Tonnen Tragfähigkeit) werden in Brunsbüttel eingesetzt.
Literatur:
Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle ; Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen Hamburg: DSV-Verlag 1998
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