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Die Markomannen

 

Die Markomannen gehörten zu den Sueben und siedelten zunächst an der Elbe. Die vordringenden Kimbern und Teutonen drängten die Markomannen anfang des 1. Jahrhunderts vor Chr. in die Gegend des Main. Hier lebten sie zwischen Schwarzwald und Regensburg.

Gegen Rom kämpften die Markomannen zum ersten Mal, als sie auf Seiten des Suebenführers Ariovist eigene Truppen gegen Caesar aufboten. Caesar besiegte die germanischen Aufgebote beim heutigen Mühlhausen 58 v. Chr.

Unter großem Druck durch die Römer gerieten die Markomannen über 50 Jahre später. Drusus besiegte die Markomannen im Jahr 9 v. Chr.. Das besiegte Volk wich in das heutige Böhmen aus. Ein Teil ergab sich den Römern und wurde in der Gegend des heutigen Flandern angesiedelt.

Tiberius zog kurz nach der Zeitenwende gegen die Markomannen und bedrängte sie. Doch Aufstände in Pannonien lenkten Tiberius von den Markomannen ab, so dass deren König Marbod mit Rom einen Frieden schließen konnte. Nachdem die Markomannen in einen Krieg mit anderen germanischen Stämmen, die unter der Führung von Arminius standen, verwickelt wurden, wurde ihre Stellung geschwächt.

Rom nutzte diese politische Schwächung aus und setzte einen Klientelkönig über die Markomannen ein. Als Folge mussten sie Hilfstruppen für Rom stellen. Doch dieses Verhältnis geriet bald wieder unter Druck, so dass Domitian sich gezwungen sah, gegen die Markomannen zu Felde zu ziehen. Nach deren Niederwerfung setzte Rom weitere genehme Könige ein.

Die vordringenden Goten zwangen die Markomannen auszuweichen. 166 drangen sie über die Donau in Pannonien ein. Doch sie waren nicht erfolgreich und mussten zunächst um Frieden bitten. Doch dieser hielt nicht lange. Die Markomannen fielen im Bündnis mit anderen germanischen Stämmen nochmals in Pannonien ein. Kaiser Marc Aurel entsandte Truppen, die zunächst siegreich waren. 169 fielen die Markmannen in Norditalien ein. Doch Mark Aurel konnte sie zurückdrängen und sie 174 zum Frieden zwingen.

Das Gebiet der Markomannen wurde zur römischen Provinz Marcomannia. Die Markomannen erhoben sich während des so genannten 2. Markomannenkrieges nochmals 177 gegen Rom. Doch vergebens. 180 zwang ihnen Kaiser Commodus einen neuen Frieden auf. Die Markomannen mussten Land abtreten und wieder Truppen für Rom stellen. Gefangene Markomannen wurden zunächst in Oberitalien angesiedelt, später auch in Gallien.

Doch der Frieden hielt nur knapp 50 Jahre. Zunächst kämpften die Markomannen auf der Seite des Kaisers Septimius Severus gegen dessen Konkurrenten. 253 fielen die Markomannen in Pannonien und Noricum ein.  Weitere kriegerische Auseinandersetzungen mit Rom folgten in den nächsten 150 Jahren.

Im 5. Jahrhundert lebten die Markomannen in Pannonien. Die vordringenden Hunnen unterwarfen die Markomannen und zwangen sie, beim Feldzug nach Gallien teilzunehmen. Ein Jahrhundert später siedelten sich die Markomannen im Gebiet des heutigen Bayerns an.


Könige der Markomannen

Marbod

Nachdem die Markomannen im Jahr 9 von dem römischen Feldhern Drusus geschlagen worden waren, führte Marbod sein Volk nach Böhmen. Dieses Land war kurz vorher von den Boiern verlassen worden.
Marbod fand in den Langobarden, den Hermanduren, Wandalen und Semnonen Verbündete.

Für Kaiser Augustus war diese Vereinigung germanischer Stämme ein ernste Bedrohung. Im Jahr 6 schickte er seinen Feldherrn Tiberius mit mehreren Legionen nach Böhmen. Doch ein Aufstand der Stämme in Pannonien und Dalmatien zwang Tiberius mit Marbod einen Frieden auszuhandeln, damit er die Legionen in die neu bedrohten Gebiete schicken konnte.

Der Cheruskerkönig Arminius wollte mit Marbod ein Bündnis eingehen. Marbod lehnte aber ab. 17 kam es sogar zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Verbündeten des Arminius und den Markomannen. Wider Erwarten unterstützte Rom die Markomannen nicht in diesem Kampf. Rom sah in den Markomannen und deren Verbündeten immer noch einen gefährlichen Gegner, den man nicht stärken wollte.

Marbod unterlag in diesem Krieg und wurde im Jahr 19 von dem Goten Katwalda gestürzt. Marbod suchte in Rom Asyl, wurde aber gefangengenommen und in Ravenna interniert. Dort starb er im Jahr 37.


Katwalda (lat.: Catualda)

Der Gote Katwalda lebte am Hof König Marbods, fiel aber in Ungnade. Als Marbod in Kämpfe mit den Germanen unter der Führung des Arminius verwickelt war, drang Katwalda mit einem Heer gotischer Krieger in das Land der Markomannen ein und erstürmte die Hauptstadt der Markomannen. Marbod musste im Jahr 19 fliehen.

Katwaldas Triumph hielt nicht lange vor. Die Hermanduren vertrieben Katwalda und deren Fürst Vibellius (germ.: Wibilio) trat die Herrschaft über die Markomannen an. Auch Katwalda floh nach Rom. Im Gegensatz zu Marbod wurde er aber nicht interniert. Er lebte bis zu seinem Tod in Rom im Exil.

 

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