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Der Main-Donau-Kanal
Bereits Karl der Große träumte von einer Verbindung zwischen Rhein und Donau. Doch die Pläne scheiterten an den technischen Schwierigkeiten. Reste des Karlsgrabens findet man heute noch bei Treuchtlingen.
Am 6. November 1892 wurde in Nürnberg der “Verein zur Hebung der Fluss- und Kanalschifffahrt in Bayern” gegründet. Er warb für eine Kanalverbindung zwischen Rhein und Donau. Doch dem Verein war kein Erfolg beschieden.
Der am 22. Dezember 1917 gegründete “Main-Donau-Stromverbund” war da schon erfolgreicher. In verschiedenen Schriften wurden Streckenführung und Finanzierung des Kanalprojekts propagiert. Der Kanal sollte für Schleppkähne mit 1200 Tonnen Tragfähigkeit ausgebaut werden. Das Deutsche Reich und Bayern schlossen am 13. Juni 1921 einen Vertrag über den Bau der Main-Donau-Wasserstraße. 1922 wurden die ersten Baumaßnahmen ausgeführt. Verantwortlich für den Bau war die “Rhein-Main-Donau AG”. Zur Finanzierung des Kanals dienten die Einnahmen, die aus den am Kanal gebauten Kraftwerken erzielt wurden. Inzwischen 57 Kraftwerke am Wasserlauf gebaut.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die Bauarbeiten bei Bamberg und Forchheim. Die Länge der einzelnen Schleusen wurde in dieser Zeit von 225 Meter auf 190 Meter verkürzt. Der Schifffahrtsweg wurde weiterhin für Schiffe bis 1500 Tonnen bei einer kanaltiefe von vier Metern und einer Breite von 55 Metern ausgebaut. 1969 wurden Schachtschleusen bei Hilpoltstein und Dietfurt gebaut, die den Vorzug vor Hebewerke erhielten.
1972 waren Bamberg und Nürnberg durch den Main-Donau-Kanal (72 km) verbunden. Die Einbeziehung der Altmühl mit 34 Kilometern Länge in den Wasserweg weckte den Widerspruch von Ökologen. Auch wirtschaftliche Zweifel am Kanal tauchten Mitte der siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts auf. Doch die RMD konnte eine gewünschte Verengung des Wasserweges für kleinere Schiffe verhindern.
Das Bundesministerium für Verkehr war 1981 sogar davon überzeugt, dass diese Schifffahrtsverbindung eigentlich sinnlos sei. Doch all diesen Widrigkeiten zum Trotz, wurde die Südstrecke weiter ausgebaut. 1982 wurde dann endgültig beschlossen, den Kanal zu vollenden.
Am 25. September 1992 wurde die Kanalstrecke zwischen Hilpoltstein und Dietfurt eröffnet. Der Main-Donau-Kanal hatte jetzt eine Länge von 171 Kilometern. 16 Schleusen überwanden zwischen Regnitz und Kelheim die Höhen der Strecken. Die Baukosten für den Main-Donau-Kanal betrugen schätzungsweise 4,7 Milliarden DM.
Mit der Fertigstellung des Kanals besteht es jetzt eine 3500 KIlometer lange schiffbare Verbindung zwischen der Nordsee und dem Schwarzen Meer. Der Kanal ist damit ein Bestandteil der Rhein-Main-Donau-Großschifffahrtsweges. Dazu gehört auch der Main von Aschaffenburg bis Bamberg mit 297 Kilometern und die Verbindung zwischen Kehlheim und Passau (209 Kilometer).
Auf dem Main-Donau-Kanal können jetzt Schiffe mit 2000 bis 3500 Tonnen Tragfähigkeit verkehren. 1995 wurden bereits über 6 Millionen Tonnen Güter auf dem Kanal transportiert.
2003 passierten knapp über 6500 Güterschiffe Kelheim. Dabei transportierten sie über 6 Millionen Tonnen Güter. Das waren 1,5 Millionen Tonnen weniger als 2002. Gründe dafür sind nach Einschätzung von Experten die schwächelnde Konjunktur und die geringen Wassertiefen von Rhein und Donau im Vorjahr. Bevorzugt wurden Nahrungs-und Futtermittel, Erze, Stahl und Düngemittel auf dem Main-Donau-Kanal transportiert. Die Mehrheit der auf dem Kanal fahrenden Schiffe hatten die deutsche Nationalität, gefolgt von Schiffen niederländischer Eigner.
Neben seiner wirtschaftlichen Bedeutung hat der Kanal auch die Funktion, Wasser in das trockene Franken zu leiten (120 Mio Kubikmeter pro Jahr). Durch die zahlreichen Umweltschutzmaßnahmen hat der Wasserlauf auch den Tourismus in einigen Gebieten gefördert.
Literatur:
Burkhart Rümelin: Der Main-Donau-Kanal in: Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle : Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen. 1998.
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