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Die Geschichte der Hanse

Die Anfänge

Die Kaufmannsgemeinschaft Hanse hat kein eigentliches Gründungsdatum. Die Entwicklung der Hanse ist eng verbunden mit der Gründung der Stadt Lübeck. Adolf II. von Schauenburg ließ die Stadt an dem Zusammenfluss von Wakenitz und Trave erbauen. Die Lage der Stadt hatte mehrere Vorteile: die Stadt war gut zu verteidigen, und sie befand sich 20 km vom Meer entfernt und war damit auch sicher vor Piraten.

Die Stadt an der Trave war am Beginn seiner Gründung ein Streitobjekt zwischen dem Herzog Heinrich dem Löwen und dessem Vasallen. Nachdem der Herzog die Stadt unter seine Herrschaft gebracht hatte, warb er Kaufleute aus Skandinavien, Russland, Flandern und Deutschland an.

Er gewährte der Stadt Münzrechte und andere Freiheiten, die den wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt beschleunigten. Zu dieser Zeit erreichte die spätere Hansestadt bereits die Größe Kölns. Die Stadtgründung (1158) wurde dabei wohldurchdacht. Die Planer wiesen dem Gelände von Anfang an bestimmte städtebauliche Funktionen zu.

Kaufleute hatten an der Planung bedeutenden Anteil und leisteten auch finanzielle Unterstützung. Die Lage Lübecks mit seinen Land- und Seeverbindungen vom Rhein über Skandinavien nach Russland war für die Kaufleute und ihre Geschäfte besonders geeignet.

Die zahlreichen Handelsbeziehungen führten 1161 zu einem Abkommen zwischen den Kaufleuten der Stadt, den Handelsherren auf Gotland und Herzog Heinrich, dem Artlenburger Privileg. Mit diesem Vertrag sicherte man sich gegenseitige Privilegien zu. Lübecks Handel konnte sich nun im Ostseeraum weiter ausweiten.

1180 unterlag Heinrich der Löwe im Streit mit Kaiser Friedrich I. und verlor in Folge fast alle seine Besitzungen, darunter auch Lübeck. Der Kaiser erneuerte die vom Herzog gewährten Privilegien, erweiterte das Stadtgebiet und gab Lübeck die Erlaubnis, seine eigene Rechtshoheit zu entwickeln. Kaiser Friedrich II. ernannte Lübeck zur Reichsstadt und vergab ihr endgültig das Münzrecht.

Fast zur selben Zeit wurde nach dem Vorbild Lübecks die Stadt Hamburg 1188 gegründet. Die Kaufleute hatten nun einen viel versprechenden Zugang zu Nord- und Ostsee. Zwischen Hamburg und Lübeck wurden die Waren zunächst mit Fuhrwerken transportiert. Kleinere Lasten wurden aber auch zum Teil über Flüsse befördert. Im 14. Jahrhundert wurden die Flüsse Stecknitz, Trave, Delvenau mit der Elbe durch einen Schleusenkanal verbunden.

Obwohl die Lübecker Kaufleute organisiert Handel trieben, firmierten sie noch nicht unter dem Namen Hanse. Den Namen prägte erst der englische König Heinrich III., der den Händlern Privilegien 1267 zusicherte.

Expansion

Die Lübecker verdrängten bald die Händler Gotlands. In Nowgorod gründete man eine eigene Handelsniederlassung, den St. Peterhof. Nowgorod war zu dieser Zeit der größte Umschlagsplatz für Waren aus dem Ostseegebiet bis hin zum Orient.

Die Lübecker waren aber nicht nur als Kaufleute tätig. Die Stadt unterstützte die Besiedlung des Ostseeküste durch deutsche und andere Auswanderer. Zahlreiche Städte wurden nach Lübecker Vorbild gegründet und erhielten das Lübecker Stadtrecht. Die neuen Städte von Rostock bis Danzig dienten dabei natürlich auch als Absatzmärkte für Lübecker Produkte.
Mit Geschick, politischen und wirtschaftlichen Druck wuchs der Einfluss der Hanse auch in Schweden und Norwegen. Zahlreiche Deutsche siedelten sich in dieser Zeit in Schweden an und arbeiteten häufig im Bergbau, der teilweise von der Hanse beherrscht wurde.
Die Hanse war in Norwegen so erfolgreich, dass das Land von den hanseatischen Getreide- und Gemüselieferungen zweitweise abhängig wurde.

Deutsche Händler aus dem Rheinland waren schon vor den Lübeckern in England tätig. Diese Händler hatten sich auch zu Händlergemeinschaften zusammengeschlossen. Diese wurden bereits Hanse genannt. Doch der Name wurde wenig später nur noch für die Lübecker verwendet, als diese in England wirtschaftlich und politisch immer erfolgreicher wurden. Lübeck lieferte neben Hering auch die begehrten Waren aus Nowgorod nach England. 1384 wurde der Stalhof in London als Handelskontor der Hanse eröffnet.

Die Lübecker halfen dem englischen König auch bei dessen Finanznöten und erhielten dafür im Gegenzug Privilegien wie die Zollfreiheit.

Flandern war ein weiteres lohnendes Ziel der Hansekaufleute. Mit diplomatischen Geschick erreichten sie hier auch, dass ihnen die Gräfin von Flandern Privilegien, wie Zollermäßigungen u.a. gewährte. Die flandrische Stadt Brügge war zu dieser Zeit das Zentrum des Handels in Westeuropa.

Die Handelsherren aus Lübeck finanzierten auch die Ritter des Deutschen Ordens bei deren Unternehmungen, Preußen zu erobern. Auch die Gründungen der baltischen Städte Riga (1201) und Reval durch den Ritterorden wurden durch Lübecker Geld gefördert.

Neben dem lukrativen Handel mit Nowgorod war der Heringsfang eine einträgliche Einnahme der Hanse-Kaufleute. Die Insel Schonen wurde zum Umschlagplatz der in Europa begehrten Fische. Da Lübeck auch Zugang zu Salzbergwerken hatten, wurde der Hering auf Schonen gleich haltbar gemacht. Die Hanse errang schließlich das Monopol über den Heringshandel.

Der Handel verlief für die Hanse nicht immer friedlich. Das Königreich Dänemark warf immer wieder begehrliche Blicke auf die wohlhabende Stadt. Im 13. Jahrhundert versuchte es Dänemark mehrfach vergeblich Lübeck und auch Hamburg gewaltsam unter seine Kontrolle zu bringen.

100 Jahre nach der Gründung Lübecks war die Hanse zu einer mächtigen Handelsorganisation geworden.

Handelswaren

Die Hanse handelte unter anderem mit diesen Waren:

Wolle aus England - Tuche aus Flandern - Felle, Honig, Wachs aus Russland - Getreide, Weine, Malz, Bier und Honig, Seide, Bernstein, Kupfer, Fische, Holz

 

 

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