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Gletscher : Entstehung und Formen
(Links mit * verweisen auf wikipedia-Artikel)
Entstehung
Verschiedene Ursachen bedingen die Entstehung von Gletschern. Der gefallene Schnee muss dabei verschiedene Zustandsformen durchlaufen, ehe er zu Eis umgewandelt wird. Der Schnee wechselt zwischen Tauen und Gefrieren und bildet dabei den Altschnee, der sich später zu körnigem Firn umwandelt.
Zwischen dem Firn befinden sich noch weitere Schneereste. Kommen diese mit Schmelzwasser in Berührung, bildet sich das Firneis. Der weiter fallende Schnee presst die darunter liegenden Eisschichten immer mehr zusammen, so dass sich schließlich Gletschereis mit hoher Dichte bildet.
Die Gletscher bedecken mit 15 Millionen Quadratkilometern ca 3 Prozent der gesamten Erdoberfläche. 98 Prozent der Vergletscherungen befinden sich an den Polen. Die Gletscher der Welt speichern 75 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde.
Die Gletscher werden eingeteilt nach Gebirgs- und Kontinentalgletschern.
Gebirgsgletscher
Die Gebirgsgletscher bestehen aus Firnfeldern oberhalb der Schneegrenze und können mehrere hundert Meter Dicke erreichen. Die Gletscher schieben ihre Eismassen langsam zu Tal und bilden dabei die Gletscherzungen. Die Fließgeschwindigkeit der Gletscher ist sehr unterschiedlich. Alpengletscher legen pro Jahr bis zu 150 Meter zurück, im Himalaya legen die Eismassen bis zu 1500 Meter im selben Zeitraum zurück. Den Bereich des Gletschers oberhalb der Schneegrenze bezeichnet man als Nährgebiet, der darunter liegende Abschnitt wird Zehrgebiet genannt. Dazwischen liegt die Firngrenze. Das Schmelzwasser zahlreicher Gletscher versorgt unzählige Flüsse.
Gebirgsgletscher findet man in den Alpen, in Norwegen, dem Himalaya und den Kordilleren. Alleine 2000 Gletscher durchziehen die Alpen.
Zu den größten Gletschern gehören der Malaspinagletscher in Alaska mit über 100 Kilometern Länge und 4000 qkm Fläche, der Fedtschenkogletscher im Pamir mit 70 Kilometern. Der Vatnajökull-Gletscher* auf Island (142 km) ist der größte Gebirgsgletscher Europas. Der Aletschgletscher* ist mit 16,5 Kilometern der Größte der Alpen. Zu beachten ist bei den Größenangaben, dass sie in vielen Büchern unterschiedlich angegeben werden.
Kontinentalgletscher
Kontinentalgletscher bedecken sehr große Landflächen. Grönland und die Antarktis sind von kilometertiefen Eismassen bedeckt. Das Grönlandeis hat eine Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern und erreicht bis zu 3000 Metern Dicke.
12,8 Millionen Quadratkilometer groß ist das antarktische Eis. Hier werden bis zu 4200 Meter dicke Eispanzer gemessen. Auch das Eis der Antarktis bewegt sich. Es fließt nicht Richtung Tal wie ein Gebirgsgletscher, sondern Richtung Meer und bewegt sich bis zu 10 Kilometern pro Jahr weit.
Die ins Meer vordringenden Eisfelder kühlen das Wasser so ab, dass es zu Firneis gefriert und sich bis zu 80 Meter hoch auftürmt. Dieses Eis bezeichnet man als Schelfeis. An diesen steil aufragenden Küsten brechen die Eisberge ab.
Bewegen sich die Gebirgsgletscher relativ gleichmäßig, fließen die Kontinentalgletscher eher unregelmäßig. Starke Schneefälle lassen den Gletscher sich schneller bewegen. Durch den zunehmenden Druck innerhalb des Eises, erhöht sich die Temperatur in Bodennähe. Das Eis erreicht seinen Schmelzpunkt und wird fließfähig. Dazu reicht z.B. eine Temperatur von - 22 Grad in 450 Meter Tiefe schon aus. Lassen die Niederschläge nach, beendet der Gletscher seine Fließbewegung.
Glazialtäler
Die Gebirgsgletscher bewegen sich gleichmäßig zu Tal. Er bildet dabei aber keine einheitlich kompakte Eismasse. Das Eis ist durchbrochen von von zahllosen tiefen Spalten. Die Gletscher schürfen bei ihrer Talfahrt das Gelände auf. Diese Tiefenschurf wird Gletschererosion genannt. Dabei spielt nicht nur das Eis eine Rolle. Der Gletscher führt große Mengen an Gesteinen mit, die den Boden abschleifen. Dadurch bildet der der Gletscher trogförmige Täler aus.
Moränen
Die mitgeführten Gesteinsmassen werden am Ende des Gletschers abgelagert. Diese Moränen bestehen aus den unterschiedlichsten Gesteinen.
Die Moränen unterscheidet man nach ihrer Lage zum Gletscher. Nur auf den Talgletschern gibt es die Oberflächenmoränen. Sie bestehen aus Gesteinsmaterial, das durch Bergabstürze auf den Gletscher gelangte. Der Gletscher nimmt dieses Geröll mit ins Tal. Am Ende des Gletschers wird dieses Material mit dem abfließenden Wasser zu Tal transportiert. Seitenmoränen liegen am Rand des Gletschers und werden auch langsam zu Tal bewegt.
Mündet ein Gletscher in einem anderen, so fließen die verschiedenen Eismassen nebeneinander zu Tal. Ihre mitgeführten Oberflächenmoränen befinden sich jetzt in der Mitte des gemeinsamen Eisbetts und werden deshalb Mittelmoränen genannt.
Der Gletscher schiebt den Gesteinsschutt vor sich her zu Tal und lagert ihn an seinem Ende als Endmoräne ab. Die Endmoräne bildet dabei einen Halbkreis um die Gletscherzunge. Diese Moränen können bis zu 200 Meter hoch werden, so dass sich das Schmelzwasser des Gletschers dahinter zu einem See aufstauen kann.
Besonders fruchtbar sind die Böden der Grundmoränen. Sie bestehen aus dem Schutt am Boden des Gletschers. Die Gesteinstrümmer sind feinkörnig und erlauben dadurch eine bessere Bodenbildung. Eine Besonderheit dieser Landschaft sind die so genannten Drumlins, ovale, bis zu 30 Meter hohe Hügel, die der Gletscher beim Zurückweichen hinterlassen hat.
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