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Dortmund-Ems-Kanal
1886 wurde ein Gesetz beschlossen, das einen Schifffahrtsweg zwischen Dortmund und Emden vorsah. Eine königliche Kanalkommission begann mit den Planungen. 1892 wurde mit den Bauarbeiten begonnen.
Der Dortmund-Ems-Kanal benutze auch wie andere Kanäle mit seinen 266 Kilometern Länge verschiedene Flussabschnitte und vorhandene Seitenkanäle.
Von Dortmund führt der Weg nach Henrichenburg, wo ein Schiffshebewerk einen Höhenunterschied von 14 Metern überwand. Bei Münster bezwang eine Schleuse weitere 6,2 Meter. Nach der Durchquerung des Teutoburger Waldes begannen bei Bevergern sieben Fallstufen, die den Kanal bis zur Ems bei Gleesen herabführten.
Als Seitenkanal zum Hanekenkanal führte der Weg weiter nach Meppen in die Ems. Die Ems wurde nach Meppen durch den Bau mehrerer Wehre ausgebaut. Der kurvenreiche Weg auf der Ems wurde durch mehrere Durchstiche begradigt und der Fahrweg damit verkürzt. Von Herbrum geht es weiter über Papenburg nach Emden. Die Gezeiten haben bereits in dieser Gegend einen gewissen Einfluss. Ein Seitenkanal ab Olderum sollte den Schiffsverkehr eine sicherere Ausweichroute geben.
Der Kanal war zunächst für den so genannten Plauer Maßkahn ausgebaut worden. Diese Schiffe waren 65 Meter lang und 8 Meter breit. Entsprechend groß wurden die Schleusen gebaut. Zunächst befuhren Schiffe mit einer Transportkapazität von 500 Tonnen den Kanal, später folgten Schiffe mit bis zu 1000 Tonnen Ladung.
Der Kanal wird von 151 Brücken, davon sechs Eisenbahnbrücken, überquert. Mehrere Wasserläufe, die den Kanal kreuzten, wurden mit Durchlässen bzw. Dükern unter dem Kanal durchgeleitet. Drei Kanalbrücken führten den Dortmund-Ems-Kanal über Lippe, Stever und Ems. Auch Straßen wurden auf diese Weise vom Kanal überbrückt.
Der Kanal wurde am 11. August 1899 in Betrieb genommen.
Der Dortmund-Ems-Kanal hatte nur einen Nachteil: er hatte zu dieser Zeit keine Verbindung zum Rhein und zur Weser. 1905 wurden Maßnahmen beschlossen, die den Kanal schließlich mit Rhein und Weser verbinden sollten. Dazu wurde der Herner Zweigkanal zwischen Henrichenburg und Herne zum Rhein-Herne-Kanal bis zum Rhein verlängert.
Bei Bevergern zweigte der Mittellandkanal ab und schuf damit eine Verbindung zur Weser. Damit wuchs auch die wirtschaftliche Bedeutung des Dortmund-Ems-Kanals. Für die Schleppzüge wurden neue Schleusen gebaut, so auch eine Schleuse neben dem Schiffshebewerk Henrichenburg(1914).
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Pläne für einen weiteren Ausbau des Kanals entworfen. Schiffe mit 1000 Tonnen Ladung sollten auf der damaligen Reichswasserstraße fahren können. 1927 wurde der Ausbau beschlossen, die es Schiffen bis zu 1800 Tonnen erlauben sollte, den Kanal zu benutzen. 1925 wurden bereits 5 Millionen Tonnen auf dem Kanal transportiert, 1943 schließlich 18 Millionen.
Da mehrere Kanalbrücken, die Flüsse bzw. Straßen überquerten zu klein für die größeren Motorschiffe waren, baute man so genannte “Zweite Fahrten”, d.h. neue, breitere Brücken neben den alten Bauwerken. Diese Arbeiten wurden 1937 beendet.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden die Kanäle in dieser Region stark beschädigt. Nach dem Krieg erfolgte zunächst der Wiederaufbau der Wasserwege. Bereits 1949 wurden auf dem Dortmund-Ems-Kanal 10 Millionen Tonnen Güter transportiert.
Ab 1950 wurde der Schifffahrtsweg für die größer werdenden Schiffe (bis 1500 Tonnen) ausgebaut. Neben Schleppzügen befuhren immer mehr schnellere Motorgüterschiffe den Kanal. Damit diese nicht von den langsam fahrenden Schleppzügen aufgehalten wurden, baute man mehrere Überholstrecken. Dafür wurden neben alten Schleusen, größere Schleusen gebaut.
Von 1958 bis 1962 wurde bei Henrichenburg ein leistungsfähigeres Schiffshebewerk gebaut. Das alte Hebewerk wurde zu einem technischem Denkmal umgewidmet. Von 1985 bis 1989 wurde noch zusätzlich eine Schleuse an dieser Stelle gebaut.
1992 wurde im Bundesverkehrswegeplan der Ausbau der Kanalstrecke zwischen Datteln und Bergeshövede beschlossen. Diese Arbeiten sollen bis 2010 abgeschlossen sein.
Bis ins Jahr 2000 wurden weitere Kanalbrücken erweitert bzw. ergänzt. Straßen- und Eisenbahnbrücken erhielten größere Durchfahrtshöhen, die mehr als fünf Meter betragen mussten.
Literatur:
Walter Strähler: Die westdeutschen Kanäle
in:
Martin Eckoldt (Hrsg.): Flüsse und Kanäle ; Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen Hamburg: DSV-Verlag 1998
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