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Thutmosis III.
Kriege gegen Mitanni
Die Bedrohung durch das Königreich Mitanni beeinflusste die Aussenpolitik Thutmosis´. Sein Plan war, die phönizischen Hafenstädte im Libanon zu erobern, so dass er Zugriff auf das wertvolle Zedernholz gewann. Ägypten brauchte für seine Flotte Holz, das es in dieser Qualität nicht in Ägypten gab. Es folgten mehrere Feldzüge in diesem Gebiet, wobei auch die bedeutende Stadt Kadesch von den Truppen des Pharaos erobert wurde.
Nach dem Heb-Sed-Fest rückte Mitanni wieder in das Blickwelt der ägyptischen Politik. Thutmosis, ein genialer Stratege, entwarf seinen Feldzugsplan. Um den Euphrat überqueren zu können, benötigte er Schiffe. Er ließ sie von den Phöniziern bauen, die zu dieser Zeit unter ägyptischer Herrschaft standen. Um die Schiffe zum Euphrat zu bringen. mussten sie zerlegt und über Land transportiert werden. In seinem 33. Regierungsjahr begann der Feldzug.
Die zerlegte Schiffe wurden auf Ochsenkarren geladen und über 400 Kilometer weit befördert. Dieser Kriegszug war der erste, von dem berichtet wurde, dass die Ägypter etwas auf Rädern transportierten. Dafür verwandten sie bisher nur Schlitten.
Die Armee stieß auf wenig Widerstand. Thutmosis wollte Mitanni nicht besetzen, er wollte nur einen Teil des Landes von Nordsyrien bis zum Euphrat erobern, um damit den eigentlichen Machtbereich Ägyptens abzusichern.
Mit Thutmosis an der Spitze seines Heeres begann die Schlacht bei Karkemisch. Die Armee Mitannis wurde besiegt und floh. Die Ägypter drangen weiter jenseits des Euphrat vor. Bei Nij am Euphratbogen stoppten die Ägypter schließlich - sie hatten ihre Ziele erreicht.
Dieser Sieg war auch ein politischer Erfolg. Die Hethiter und die Babylonier sandten Gesandtschaften mit Geschenken für den Pharao. Ägypten war eine Weltmacht geworden.
Wirtschaftsaufschwung
Inzwischen waren seine Frau Ahsat und seine zwei Söhne verstorben. Um den Fortbestand der Dynastie zu sichern, heiratete er wenig später Merit-Re Hatschepsut.
Thutmosis III. brachte mit seinen militärischen Erfolgen auch einen wirtschaftlichen Aufschwung ins Land. Es wurden Beamte, Handwerker und Künstler angestellt, die in der Verwaltung und beim Bau zahlloser Tempel benötigt wurden. Die Kaufleute waren erfolgreich im ganzen Einflussbereich Ägyptens tätig.
Die ägyptischen Handelsflotten brachten den Reichtum ins Land. Die Kriegsmarine sicherte die Küsten. Ägypten exportierte Getreide und Luxusgüter, wie Parfüm, Schmuck und Stoffe in den Mittelmeerraum. Aus Kreta kamen Silberwaren in Nilland.
Die Verwaltung der besetzten Länder
Thutmosis III. war nicht nur ein großer Heerführer. Auch die Verwaltung des Landes wurde von ihm streng kontrolliert und effektiv gestaltet.
Die eroberten Gebiete wurden der ägyptischen Verwaltung unterstellt. Die Länder wurden in mehrere Bereiche unterteilt. An der Spitze stand jeweils ein ägyptischer Statthalter. Ihm zur Seite arbeiteten die Verwaltungsbeamten und die Schreiber. Der Statthalter war für die Versorgung der eigenen Truppen verantwortlich und trieb die Tribute ein. Ihm untergeordnet waren die einheimischen Stadtfürsten seiner Region. Kam es zu Unruhen war der Statthalter ermächtigt, die Garnisonen einzusetzen. Er musste dazu nicht unbedingt die Zustimmung des Pharaos einholen.
In Theben gab es für die besetzten Gebiete eine Kolonialbehörde, die beratend in Konflikten auftrat. Interessant hierbei war, dass die Verwaltungssprache in den besetzten Ländern Akkadisch war und nicht Ägyptisch.
Die Stadtfürsten mussten die ägyptische Verwaltung unterstützen und die öffentliche Ordnung in den Städten gewährleisten. Dazu durfte eine kleine Polizeitruppe aus Einheimischen aufgestellt werden. Eigene militärische Truppen waren verboten. Die Stadtfürsten hatten aber das Recht, sich unmittelbar an den Pharao zu wenden, ohne den zuständigen Statthalter informieren zu müssen.
Die Fürsten schickten ihre Kinder an den ägyptischen Hof. Aus ihnen bestimmte der Pharao die Nachfolger der Stadtfürsten. Die Fürsten erkannten bald die Vorteile der ägyptischen Besatzung. Die Kleinkriege zwischen den Städten Palästinas waren vorbei, der Handel blühte auf.
Die Verwaltung Ägyptens
Der oberste Verwaltungsbeamte des Reiches war der Wesir. Der Pharao Thutmosis III. teilte dieses Amt, weil das Reich zu groß geworden war. Er ernannte einen Wesir für Oberägypten und einen für Unterägypten. Deren Amtssitze waren in Theben und Memphis.
Die Verantwortlichkeiten eines Wesirs waren vielfältig. Er war zuständig für die Polizei, die Steuern, die Tempelanlagen und die gesamte Verwaltung des Landes. Er war auch verantwortlich für die Wasserstraßen und war oberster Richter.
Archäologen fanden in Theben das Grab des Wesirs von Oberägypten, Rekhmire, der zur Zeit Thutmosis III. tätig war. Zahlreiche Abbildungen zeigten die Tätigkeiten eines Wesirs. Ebenso interessant sind die Abbildungen von Handwerkern und ihrer Tätigkeiten, die vom Wesir überwacht wurden.
Ein Weisr konnte diese Verwaltungsarbeiten nicht alleine durchführen, deshalb unterstützte ihn ein Verwaltungsstab von Fachleuten. Das Schatzhaus, an dessen Spitze zwei Aufseher standen, war verantwortlich für die Steuern, den Außenhandel und die Tributzahlungen, sowie die Ernteüberschüsse des Landes.
An der Spitze der Verwaltung von Kusch, dem heutigen Sudan, stand ein Vizekönig. Kusch, bestehend aus Unternubien (Wawat) und Obernubien (Kusch), lieferte Ägypten Getreide, Ebenholz, Elfenbein, Gold, Edelmetalle, Sklaven und Soldaten für das Heer.
Kusch wurde durch zahlreiche Festungen gesichert. Die ägyptische Politik bestand auch in Kusch nicht aus gnadenloser Unterdrückung, sondern auch hier, wie in Syrien, fand ein wirtschaftlicher Aufschwung stand. Zahlreiche Nubier waren in der ägyptischen Verwaltung und Gesellschaft zu angesehenen Stellungen gelangt. Auch die nubischen Fürsten schickten ihre Kinder an den ägyptischen Hof.
Ende einer Ära
Thutmosis III. hatte seine Macht konsolidiert. Die Hethiter, Assyrien und Mitanni erkannten die Stärke Ägyptens an.
Seine zweite Frau brachte schließlich den ersehnten Erben zur Welt, Amenophis. Der Sohn erhielt eine militärische Ausbildung und wurde zum Oberpriester des Ptah ernannt.
Nach seinen Feldzügen reiste der Pharao durch das Land und kontrollierte persönlich die Verwaltung, die königlichen Ländereien und die Festungen im Süden. Thutmosis ernannte viele ihm ergebene Soldaten zu Beamten des Landes und schuf sich damit eine treue Verwaltung des Landes. Nachdem er bereits 50 Jahre geherrscht hatte, ernannte er seinen Sohn zum Mitregenten. Thutmosis III. verstarb am 14. März 1436 v. Chr., nachdem er 32 Jahre alleine geherrscht hatte. Das ganze Land trauerte. Er wurde im Tal der Könige beigesetzt.
Nachdem auch sein Grab von Räubern ausgeplündert und seine Mumie stark beschädigt wurde, brachte man seine sterblichen Überreste, wie auch andere, in eine Höhle von Der el Bahri. Hier wurde seine Mumie Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt.
Die Mumie von Thutmosis III. wurde untersucht. Er schien keine schwerwiegenden Erkrankungen gehabt zu haben. Er war nur 1,62 Meter groß, hatte eine hervortretende Nase und wohlgeformte Lippen.
Literatur:
Angelika Tullhoff: Thutmosis III ; 1490-1436 v. Chr. ; Das ägyptische Weltreich auf dem Höhepunkt der Macht München: Callwey 1984
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