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Thutmosis III.

 

Meggido - Der erste Feldzug

Kurz nach dem Tod Hatschepsuts unternahm Thutmosis III. einen Kriegszug gegen Syrien. Dort schienen Rebellen den Tod der Herrscherin für ihre Erhebung genutzt zu haben.

Historiker stellten Spekulationen an, ob Thutmosis III. Hatschepsut ermorden ließ. Doch sein Feldzug gegen Syrien sprach für andere Historiker dagegen, weil der neue Herrscher kaum das Land unmittelbar nach einem Attentat verlassen haben würde.

Die Rebellen wurden vom Königreich Mitanni unterstützt. Bei Meggido kam es zur Schlacht, die die Ägypter als Sieger sah. Die überlebenden Gegner flohen in die Stadt, die Thutmosis mehrere Monate belagern musste.

In der Zwischenzeit zogen die ägyptischen Krieger bis in die Gegend des heutigen Damaskus. Viele Städte leisteten dabei dem Pharao den Treue-Eid. Im Herbst kapitulierte Meggido. Die Fürsten mussten ebenfalls den Lehnseid leisten und Tribute zahlen.

Außerdem verlangte der Pharao von jedem syrischen Stadtfürsten, das sie je einen Sohn an den ägyptischen Hof zu schicken hatten. Hier sollten die jungen Adligen im Palast des Pharao erzogen werden. Kehrten sie dann in ihre Heimatstadt zurück, sollten sie im Sinne Ägyptens herrschen. Mit dieser Politik sollte der Pharao Erfolg haben.

Im Gegensatz zu anderen Herrschern ließ der Pharao die Einwohner Meggidos nicht massakrieren. Er nahm nur einen kleinen Teil der Bewohner nach Ägypten mit, damit sie im Amun-Tempel dienen sollten.

Beladen mit Beute und über 300 Gefangenen kehrte Thutmosis III. von seinem ersten Kriegszug zurück. Auf zahlreichen Denkmälern wurde dieses Sieges gedacht. Mit diesem Sieg sollte er den Grundstein für das spätere ägyptische Weltreich legen.

Der Baumeister und Forscher

Der Pharao wollte seinen Erfolg auch in seinen Bauwerken widerspiegeln lassen. Im Amun-Tempel ließ er die “Annalensäle” erbauen. Neben den Bauten Hatschepsuts errichtete er dazu zwei Säulenhöfe, die mit Kolonnaden versehen waren.

Die Wände der Säle zeigen auf Reliefs die Eroberungszüge des Pharaos und sind damit eine Fundgrube für Historiker. Während die Schlacht von Meggido in aller Ausführlichkeit dargestellt wurde, wurden die nächsten zwanzig Herrscherjahre weniger umfangreich präsentiert.

Spätere Herrscher brachen Teile dieser Reliefs heraus und verwendeten sie für eigene Bauprojekte. So gingen viele Berichte aus den Annalen-Säle verloren. Diese historischen Darstellungen waren auch deshalb interessant, weil hier erstmals ein Herrscher die Geschehnisse seiner Regierungszeit selber festhalten ließ.

Thutmosis war aber nicht nur an der Politik interessiert, er plante auch einen Garten, um die Flora und Fauna des Landes zu präsentieren.

Er brachte auch die ersten Haushühner nach Ägypten, die er in Palästina (Retenu) erstmals gesehen hatte. Die Ägypter hatten bisher vorwiegend Gänse, Tauben und Kraniche als Haustiere gehalten.

Das Heb-Sed-Fest

Seinen Machtanspruch dokumentierte der Pharao nicht nur durch seine erfolgreichen Kriegszüge, seine prachtvollen Bauten, sondern auch durch das Heb-Sed-Fest. Dieses Fest feierten die Ägypter dann, wenn ein Pharao 30 Jahre lang geherrscht hatte.

Dieses Regierungsjubiläum war der Ausdruck der Verbundenheit des Pharaos mit den Göttern, seinen Untertanen und dem Land. Die Götter gaben ihm zu diesem Fest neue Kraft für die weiteren Jahre.

Das Ritual stammte noch aus der Vorzeit, in der ein Häuptling nach einer bestimmten Frist zum Tode verurteilt wurde, um einen jüngeren Mann Platz zu machen. Später wurde dieser Brauch in dieser Form nicht mehr fortgesetzt. Jetzt sollte das Fest dem jeweiligen Herrscher neue Kraft für sein Amt zuführen.

Die Pharaonen ließen zu diesem Jubiläum prachtvolle Tempel errichten. Der von Thutmosis errichtete Festtempel in Theben bestand aus Sandstein, der am Eingang von zwei Statuen flankiert wurde. Es folgte eine große Halle.
Der Hauptraum wurde von zwei Seitenschiffen eingefasst. Die Decke war dunkelblau und mit Steinen verziert. Die Säulen in der Eingangshalle zeigten den Pharao mit den Göttern. Hier stand der Thron des Herrschers während des Festes.

Eine weitere Halle war dem Gott Sokar geweiht. Sokar war ein Totengott, der während des Festes den Pharao “sterben” und später auferstehen ließ. Weitere Räume zeigten verschiedene religiöse Motive.

Die Bilder im Sanktuarium des Tempels zeigten die Götter, wie sie dem Herrscher Gaben darbrachten, als ein Zeichen für Fülle und Überfluss. Daran schloss sich der “Garten des Amun” an . Dieser Garten war zu seiner Entstehungszeit überdacht. Weitere Räume wurden im Lauf der Zeit zerstört.

Das Fest dauerte fünf Tage, und Pilger kamen aus allen Landesteilen nach Theben. Aus den Tempeln des Landes trafen Götterbarken in Theben ein. Das Heb-Sed-Fest begann.

Mit den Würdenträgern des Reiches zog der Pharao in einer Prozession durch die Stadt. Die Ziele waren der Amun-Tempel und der Festtempel, der als “Haus der Millionen Jahre” bezeichnet wurde. Der Pharao suchte die Schreine der Götter auf. An den weiteren Riten nahmen auch die königlichen Familienmitglieder teil.

Später folgte das eigentliche Ritual des Festes, bei dem die Öffentlichkeit ausgeschlossen war. Der Pharao unterzog sich Reinigungen durch die Priester. Er ging in die Räume, die für sein “Sterben” und “Tod” geschaffen worden waren. Thutmosis trug dabei ein Gewand, das eng um seinen Körper gewickelt war. Totenpriester begleiteten den herrscher, der nun die “Grabkammer” aufsuchte.

Ein Anubis-Priester leitete den Pharao zum Ruhebett. Über dem Bett befand sich ein Baldachin mit dem geschriebenen Wort “Erwache”. Thutmosis wurde unter Gebeten und magischen Formeln “beerdigt”. Nach einer Zeit wurde er von einem Priester “wiedererweckt” mit der Zeremonie der “Öffnung des Mundes”. Der “Wiedergeborene” erhielt Milch zu trinken, die an die Göttin Isis erinnern sollte.

Thutmosis legte wieder seine königlichen Gewänder an, nahm die Reichsinsignien und verließ den Festtempel. Das “Chaos” war besiegt, der Herrscher erschien dem Volk mit neuer Kraft.

Ein Pfeiler (Djed-Pfeiler) wurde zu Erinnerung an die Wiedergeburt des Pharaos errichtet. Als nächstes weihte er stellvertretend für ganz Ägypten ein Feld den Göttern.

Thutmosis umschritt das Feld insgesamt drei Mal und erhielt danach die Kronen von Ober- und Unterägypten zurück. Dann wurde der Pharao in einer Sänfte zu den verschiedenen Schreinen der Götter getragen, von deren Priestern er kultische Gegenstände entgegennahm. Das Fest endete mit dem Gedenken an die Vorfahren des Herrschers.

 

 

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