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Die ägyptische Schrift
Die Hieroglyphen
Die ägyptische Schrift kannte keine Vokale. Deshalb ist es schwierig, ägyptische Begriffe zu übersetzen. Für Sprachforscher war es daher wichtig, ägyptische Begriffe in einer anderen Sprache zu finden.
Die Keilschrift und das Griechische haben Vokale. Das ermöglichte, ägyptische Begriffe zu übersetzen (transkribieren). Insgesamt gibt es 25 Konsonanten. Da die ägyptische Sprache sich im Lauf von 3000 Jahren veränderte, bereitet die Aussprache der Wörter immer noch Schwierigkeiten.
So können die z. B. die Namen von Echnaton und Nofretete unterschiedlich wiedergegeben werden. Echnaton (altgriechische Übersetzung) wird altägyptisch Achanjati gesprochen, Nofretete, geschrieben Nfr-titi bzw. Nfrt-iri, kann Nefertiti , Nefertari oder Nofretere gesprochen werden. Ähnliche Probleme haben wir auch heute, wenn wir z.B. chinesische Namen “eindeutschen”.
Die ägyptische Schrift beschränkte sich nicht auf die 25 Konsonanten, über 1000 Schriftzeichen fanden Verwendung. Die Veränderung der Sprache führte auch zu neuen Schriftzeichen, wobei die alten Zeichen weiter in Benutzung blieben.
Mit diesen Schriftzeichen konnten die 25 Konsonanten geschrieben werden, wobei es keine Rechtschreibregeln gab. So konnten gleiche Wörter unterschiedlich geschrieben werden.
Die Hieroglyphen konnten waagerecht von links nach rechts bzw. umgekehrt gelesen und geschrieben werden. Texte wurden in Kolumnen (Säulen) wiedergegeben, die aber nur von oben nach unten gelesen wurden.
Die waagerechte Leserichtung hing auch davon ab, in welcher Richtung die abgebildete Figur blickte. Die Hieroglyphen wurden in Gebäudewänden gemeißelt oder gemalt und hatten religiösen und offiziellen Inhalt.
Die hieratische Schrift
Für die Verwaltung des Landes waren die Hieroglyphen unpraktisch. Um schnell schreiben zu können wurde die hieratische Schrift um 3000 v. Chr. entwickelt. Zunächst gab es immer wieder Anlehnungen an die Hieroglyphen, doch bald verschwanden sie. Die Zeichen wurden vereinfacht und stilisiert. Für wichtige Dokumente wie Urkunden, Protokolle, religiöse und wissenschaftliche Texte wurde die kunstvolle “Buchschrift” entwickelt. Im Alltag wurde die Schrift noch mehr vereinfacht. In der Zeit der Ptolemäer entstand daraus die demotische Schrift.
Dafür benötigte ein Schreiber Pinsel und Tinte. Der Pinsel aus Binse war bis zu 40 cm lang und wurde mit zwei Fingern gehalten. Zum Schreiben benutzte man schwarze und rote Tinte, wobei die rote Farbe für Hervorhebungen benötigt wurde. Die Schreiber trugen ihre Utensilien in einem Holzkästchen bei sich. Kurze Notizen wurden oft auf Tonscherben (Ostraka; Ostragon=Einzahl) oder Kalksteinplatten geschrieben. Die Scherben wurden häufig weggeworfen, wenn man sie nicht mehr benötigte. Für die heutigen Historiker sind diese Fundstücke hervorragende Quellen der ägyptischen Geschichte.
Schreibtafeln aus Holz, die mit einer Stuckschicht überzogen waren, dienten ebenfalls als Schriftträger. Wurde der Text nicht weiter benötigt, wurde die Tafel abgewaschen.
Das hauptsächliche Material, das man zum Schreiben verwandte, war der Papyrus. Das pflanzliche Material war aber nicht sehr haltbar, so dass sich relativ wenige Papyrusrollen erhalten haben. Der älteste gefundene Papyrus stammt aus dem Jahr 2850 v. Chr. Viele Papyrii fand man in Gräbern, die ideale Bedingungen für den Erhalt des Materials hatten.
Der Papyrus war nicht nur praktisch für das Schreiben, er ließ sich auch leicht transportieren. Der beschriftete Bogen wurde mit der Textseite nach innen gerollt. Für längere Texte wurden mehrere Bögen zusammengeklebt und aufgerollt.
Da Papyrus teuer war, wurden neue Texte auf der Rückseite des Bogens geschrieben oder man kratzte den alten Text ab und beschrieb die Seite neu. Die Texte wurden entweder in Kolumnen geschrieben oder in übersichtlichen Abschnitten, von rechts nach links.Geschrieben wurde ohne Absätze, Kapitelüberschriften und Satzzeichen. Wichtige Begriffe oder besondere Textstellen wurden nur durch rote Tinte hervor gehoben.
Die Papyrusrollen wurden in Körben transportiert, die Rollen wurden verschnürrt und mit einem Siegel versehen. Gelagert wurden die Rollen in Holz- und Tonkästen. Es fanden sich auch Hinweise auf Bibliotheken, doch man fand keine Überreste.
Literatur:
Schlott, Adelheid: Schrift und Schreiber im alten Ägypten München: Beck 1989 (Becks Archäologische Bibliothek.)
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