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Geschichte Karthagos : Der lybische Krieg
Nach dem Friedensschluss kam es zwischen der karthagischen Führung und deren Söldnern zu Unstimmigkeiten. Die punischen Generäle hatten ihren Soldaten reiche Entlohnungen versprochen. Doch Karthago zahlte nach dem Kriegsende nicht den ausstehenden Sold. Die Soldaten, an ihrer Spitze die lybischen Söldner, forderten ihr Recht und stellten ihre Forderungen. Karthago ging nur teilweise darauf ein. Die Soldaten vertrieben daraufhin ihre Offiziere und wählten zwei der Ihren zu Feldherrn. Die sammelten im Umland Geld und Truppen für eine Revolte gegen Karthago. Sie fanden unerwarteten Zuspruch, weil Karthago während des Krieges die Städte mit hohen Abgaben belegt hatten.
Die Aufständigen griffen zwei punische Städte an. Karthago, finanziell und militärisch angeschlagen, rekrutierte seine Einwohner zum Kampf und suchte neue Söldner in Spanien, Gallien und Sizilien. Dem karthagischen General Hamilcar “der Blitz” gelang schließlich der erste Sieg über die Rebellen. Er bot den Gefangenen die Möglichkeit an, wieder in die karthagische Armee einzutreten. Viele Soldaten nahmen das Angebot an. Der Widerstand gegen Karthago schien sich zunächst zu verringern.
Auch auf Sardinien revoltierten die Söldner und unterwarfen weite Gebiete der Insel. Sie planten sogar die Bildung einer “Söldner-Republik”. Doch die einheimischen Sarden erhoben sich und vertrieben ihre Besatzer von der Insel.
Die aufständischen Soldaten in Afrika töteten inzwischen hunderte ihrer karthagischen Gefangenen. Damit wollten sie erreichen, dass die Rebellen enger zusammen hielten. Ein möglicher Wechsel von einzelnen Truppenteilen auf die karthagische Seite war nach dem Mord unmöglich gemacht.
Die Soldaten errangen wieder Erfolge und bedrohten 239 die Stadt Karthago. Die Belagerung aber misslang. Wieder war es “der Blitz”, der einen Sieg über die Rebellen erzielte. Die Punier nahmen grausame Rache, in dem sie über 40000 Rebellen massakrierten.
Der Krieg wurde von beiden Seiten mit unerbittlicher Härte geführt. So töteten die Aufständischen einen gefangenen karthagischen General und über 30 Adlige. 238 kam es zur entscheidenden Schlacht. Die Karthager besiegten die Rebellen und brachten die Gefangenen bei einer Siegesfeier um.
Karthagos Griff nach Spanien
Mit der Niederschlagung des Aufstandes richtete sich Karthagos Interesse wieder auf die Außenpolitik. Spanien, mit seinen reichen Bodenschätzen, sollte der Ersatz für das verlorene Sizilien sein. Der erfolgreiche Feldherr Hamilcar “der Blitz”, aus der Familie der Barkiden, bekam 237 den Oberbefehl für den Kriegszug gegen Iberien.
Es gelang dem punischen Feldherrn weite Gebiete Südspaniens zu erobern. 228 kam er während eines Feldzugs ums Leben. Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Hasdrubal. Er setzte den Krieg erfolgreich fort und verstand es auch, mit Diplomatie Anhänger unter den spanischen Fürsten zu finden.
Die Römer betrachteten die Erfolge der Karthago in Iberien mit Argwohn. Die Römer befanden sich zu dieser Zeit in einem Konflikt mit den Kelten und waren daran interessiert, dass die Punier nicht die Kelten unterstützten. Zwischen Rom und Karthago wurde deshalb in einem Vertrag der Ebro zum Grenzfluss für die beiden Einflusssphären bestimmt. So hatte Hasdrubal in Spanien freie Hand, weil die Römer sich nicht einmischen wollten. Bei einzelnen Feldzügen begleitete Hasdrubal dessen Sohn Hannibal.
221 wurde Hasdrubal ermordet und Hannibal zu seinem Nachfolger ernannt. Das missfiel einigen karthagischen Senatoren. Doch der neue Feldherr erwies sich als großer Stratege in den Kämpfen gegen die iberischen Stämme. Die Truppen achteten ihren neuen Oberbefehlshaber.
Saguntum, das von den Karthagern angegriffen wurde, bat die Römer um Hilfe. Eine römische Gesandtschaft traf bei Hannibal ein, um ihn vor einem weiteren Vorgehen gegen die Stadt zu warnen. Doch Hannibal lehnte das Ansinnen ab, wobei er auch vom karthagischen Senat unterstützt wurde. 219 griff er die Stadt an und eroberte sie.
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