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Die Propaganda von Joseph Goebbels

 

Propagandaleiter

Goebbels begann nun Massenveranstaltungen zu inszenieren. Begleitet von Garden und Fahnenträgern wurde der Redner der Veranstaltung in den Saal geführt. Da Goebbels nicht bei allen Veranstaltungen als Redner auftreten konnte, organisierte er eine Abteilung für Redner. Diese wurden für ihre Auftritte genau instruiert und wurden bei ihren Auftritten überwacht.

Obwohl Goebbels es geschickt verstand, die Massen zu lenken, verachtete er seine Zuhörer und wunderte sich, wie einfach die Beeinflussung des Menschen war.

Neben seinen Propagandaaktionen förderte und leitete er den Terror durch die SA. Er stilisierte die Männer der SA als Heroen in seinen Zeitungsartikeln.

Der Tod von Horst Wessel bot Goebbels eine Gelegenheit, einen Helden zu schaffen. Er organisierte ein prunkvolles Begräbnis, bei dem er die Trauerrede hielt. Dabei verschwieg er die wahren Hintergründe des Todes von Horst Wessel und erschuf eine neue Legende.

Wahlen

Für die Wahlen am 14. September 1930 mobilisierte Goebbels die ganze Partei. Er verkündete, dass die Nationalsozialisten 40 Sitze im Reichstag erreichen wollten.

Auf über 6000 Veranstaltungen traten die von Goebbels ausgesuchten Redner auf. Unzählige Plakate erschienen im Land. Die Zeitungen der NSDAP vervielfachten ihre Auflage.
Das Wahlergebnis: 18 Prozent der Stimmen wurden für Hitler abgegeben, und 107 Abgeordnete zogen in den Reichstag.

Goebbels´Einfluss wuchs an. Er musste nun nicht mehr um Geld für seine Kampagnen betteln. Zahlreiche Industrielle spendeten jetzt im großen Stil der NSDAP. “Der Angriff” erschien jetzt täglich.

Die Politik des Reichskanzlers Heinrich Brüning trieb den Nationalsozialisten weitere Mitglieder zu. Die Millionengrenze wurde überschritten. Goebbels nutzte diese Krisensituation, in dem er allen alles versprach, wenn die Nationalsozialisten an die Macht kämen. Dass manche Versprechen anderen Zusagen widersprachen, fiel für ihn dabei kaum ins Gewicht.
So versprach er den Hausbesitzern steigende Mieteinnahmen, den Mietern sinkende Mieten. Der Wahlsieg brachte aber noch nicht den gewünschten Einfluss für die NSDAP.
Die Wahl des Reichspräsidenten 1932 bot sich für Goebbels dazu an, den Durchbruch zu erringen.

Es gelang ihm, Hitler zur Gegenkandidatur gegen Hindenburg zu bewegen. Goebbels setzte wieder seine Propoagandamaschine ein. Plakate und unzählige Redner warben für Hitler. Goebbels selber trat täglich an bis zu drei Orten auf. Doch die Wahl ging knapp verloren, aber Hindenburg verpasste die absolute Mehrheit.

Goebbels wertete die eigenen Fehler des ersten Wahlganges aus. Hitler sollte im nächsten Wahlgang noch häufiger auftreten. Dazu wurde für Hitler ein Flugzeug gechartert. Die eigenen Journalisten wurden instruiert, wie sie von den Auftritten Hitlers zu berichten hatten. Hitler gewann zwar Stimmen hinzu, doch Hindenburg blieb im zweiten Wahlgang Sieger.

Goebbels organisierte nun mehrere Wahlkämpfe in den deutschen Ländern in der gewohnten Weise. Neu war, dass er dabei den Reichskanzler Brüning zum öffentlichen Rededuell herausforderte. Doch Brüning lehnte ab. Die Kampagnen zeigten deutliche Erfolge in Württemberg, Bayern und Preußen.

Doch Goebbels beschränkte sich nicht nur auf Wahlpropaganda. Er setzte auch auf Provokationen und Terror. So prügelten die NS-Abgeordneten im Reichstag auf die Vertreter der Kommunisten ein, Krawallen wurden angezettelt.

Vor der Macht

Am 31. Juli 1932 errangen die Nationalsozialisten einen weiteren Sieg, 230 Abgeordnete stellte die NSDAP. Doch die Stimmen für die NSDAP gingen in den folgenden Wahlen in den Ländern zurück. Die Partei geriet in finanzielle Schwierigkeiten. Gregor Strasser wollte diesen Abschwung dadurch auffangen, in dem er Hitler zu Koalitionen mit anderen Parteien riet. Doch Goebbels war strikt dagegen. Er konnte Hitler davon überzeugen, dass Zusammenarbeit mit anderen Parteien nicht in Frage kam.

Goebbels wollte aber den Abwärtstrend der Partei abwenden. Die Gelegenheit bot ihm die Wahl zum Landtag von Lippe-Detmold. Obwohl das Land unbedeutend war, organisierte Goebbels eine große Wahlkampagne. Die gesamte Führung trat hier an, vor oft nur wenigen Zuhörern. Der Wahlerfolg war groß und ebenso das publizistische Echo. Am 30. Januar 1933 hatten es Hitler und seine Anhänger geschafft.

Hitler nahm die Paraden der SA in Berlin ab, hinter ihm stand Joseph Goebbels. Er schrieb in sein Tagebuch: ” Das neue Reich ist erstanden ... Wir sind am Ziel. Die deutsche Revolution beginnt.”

Literatur:

Curt Riess
Goebbels : Dämon der Macht ; Biographie
München: Universitas Verlag 1989

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