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Kampf um die Macht : SS gegen SA
Die Gründung der SA
In den Wirren des Jahres 1919 entdeckte Karl Mayr, Hauptmann im Generalstab des Bayerischen Reichswehrgruppenkommando 4, das rhetorische Talent Adolf Hitlers. Die nationalistischen Offiziere um Mayr setzten Hitler bei zahlreichen Propagandaeinsätzen ein. So trat Hitler bei Veranstaltungen der Deutschen Arbeiter-Partei auf und wurde zum Propaganda-Chef der Partei, die später zur NSDAP umgenannt wurde.
Nachfolger Mayrs wurde Ernst Röhm, ein überzeugter Monarchist und Gegner der Entwicklung in Berlin. Röhm erhielt den Auftrag, eine bayrische Einwohnerwehr aufzubauen. Da die Bildung militärischer Einheiten nach dem Versailler Vertrag streng begrenzt wurde, verblieb Röhm nur, eine geheime Truppe zu organisieren. 1921 wurde die Einwohnerwehr verboten und Röhm verlor ein Machtinstrument.
Die mit ihm sympathisierenden Mitglieder nationalistischer Wehrgruppen und Freikorpsanhänger suchten nach einer anderen Möglichkeit, ihren politischen Einfluss zu vergrößern. Ernst Röhm sah in Adolf Hitler den geeigneten Mann, neue Anhänger zu rekrutieren.
Bei seinen Auftritten wurde Hitler von Leibwächtern begleitet, die jeden Widerstand politischer Gegner niederknüppelten. Die so genannte SA (Sturmabteilung) entstand. Röhm ernannte den Kapitän Hermann Ehrhardt zum Führer der neuen Organisation, die am 3. August 1921 gegründet wurde.
Ehrhardt hatte schon vorher nationalistische Offiziere in der Gruppe “Organisation Consul” um sich versammelt und lieh mehrere dieser Offiziere an die SA aus.
Die SA sah sich als militärische und unabhängige Einheit und weniger als Hilfstruppe für Adolf Hitler. Abteilungen der bayrischen Reichswehr sorgten für die Ausbildung und Ausrüstung der SA.
Im Frühjahr wurde aus Leibwächtern die Stabswache gebildet, die später “Stoßtrupp Adolf Hitler” genannt wurde.
Nach dem Putschversuch von Hitler und Ludendorff wurden die NSDAP, SA und Stoßtrupp verboten. Ernst Röhm, auf Bewährung entlassen, gründete aus den versprengten Anhängern den “Frontbann”. Diese Gruppe sammelte 30 000 Mitglieder aus ganz Deutschland. Nach seiner Entlassung beauftragte Hitler Ernst Röhm 1924 mit dem Neuaufbau der SA. Auch zu dieser Zeit bestand Röhm auf die Eigenständigkeit der SA.
Von der Stabswache zur SS
Die Stabswache wurde wieder aufgestellt und 1925 in Schutzstaffel umbenannt. Sie sollte dem Schutz Hitlers dienen.
SS-Führer wurde Julius Schreck, der auch mit der Bildung von Schutzstaffeln außerhalb Bayerns begann. Die Einheiten sollten aus einem Führer und zehn Männern bestehen. Sie sollten der Partei treu ergeben sein und mussten zwischen 23 bis 35 Jahre alt sein. Ihre Gestalt sollte dem nationalsozialistischen Menschenbild entsprechen.
Neben dem Schutz von Parteiveranstaltungen war auch die Werbung neuer Parteimitglieder und Abonnenten des “Völkischen Beobachters” ihre Aufgabe.
Hitler konnte sich nun so gestärkt der Neugründung der SA widmen. Franz Pfeffer von Salomon wurde am 1.11.1926 zum Obersten SA-Führer ernannt. Er sollte den Weisungen Hitlers folgen und das Misstrauen der SA-Mitglieder gegen die politische Einflussnahme durch die Partei eindämmen. Die SS wurde dem SA-Führer unterstellt. Der Oberleiter der Schutzstaffeln erhielt den Rang eines Reichsführer-SS. Die SA versuchte den Einfluss der SS gering zu halten. Die Größe der SS-Staffeln wurde daher sehr begrenzt.
Die Mitglieder der SS begannen in dieser Zeit ein elitäres Bewusstsein zu entwickeln. Eine Weisung besagte, dass ein SS-Mitglied “das vorbildliche Parteimitglied” zu sein habe. Dieses Elitedenken und das Bewusstein, zu einer Garde zu gehören sollte die SS weiter prägen, nachdem am 6.1.1929 Heinrich Himmler zum Reichsführer-SS ernannt wurde.
Himmler
Zu dieser Zeit bestand die Schutzstaffel aus 280 Angehörigen. Himmlers Vorstellungen von einer Elite wurden zunächst von anderen Nationalsozialisten nicht ernst genommen. Doch Himmler setzte sich mit seinem Ordensgedanken durch. 1929 erließ er eine Anordnung, die festlegte, wer in die SS aufgenommen werden könne. Mitglieder wurden nach den rassistischen Vorstellungen der Nationalsozialisten ausgewählt. So überprüfte Himmler die Neuzugänge genau. Hatte jemand ein “asiatisches” oder “slawisches” Gesicht, wurde er abgelehnt. Er fand mit seinem Rassenwahn viele Anhänger unter den Entwurzelten des Ersten Weltkriegs.
Hatten sich viele ehemalige Soldaten und Offiziere früher in den Freikorps und in illegalen Wehrverbänden zusammengefunden, sahen sie jetzt in der SS eine neue Heimat.
Die ehemaligen Freikorps-Mitglieder zeichneten sich durch eine gewalttätige Verachtung der bürgerlichen Welt aus und stammten aus allen sozialen Schichten. Die Weltwirtschaftskrise sorgte für weitere Neuzugänge.
Himmler warb auch unter den Mitgliedern der SA für die SS, sehr zum Missfallen der SA-Führung, der ein Erstarken der SS nicht willkommen war.
1930 erlangte die SS ihre Unabhängigkeit von der SA. Hitler untersagte der SA-Führung, der SS Befehle zu geben.
Auch in ihren Uniformen drückte die SS ihre Selbständigkeit aus, aus braun wurde schwarz.Die SS bekam eine militärische Struktur.
Organisation von unten nach oben:
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Einheit
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Kommandant
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Truppengröße
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Schar Trupp Sturm Sturmbann Standarte
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