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Der Stand der Ritter im Antiken Rom
Der Stand er römischen Ritter hatte seinen Ursprung im Militär. Da die Soldaten in der Zeit der Republik ihre Ausrüstung selber finanzieren mussten, waren nur die Wohlhabenden in der Lage, die Bewaffnung eines Reiters zu finanzieren. Da zu dieser Zeit jeder Römer im Heer dienen musste, erwarb jeder nach seinen finanziellen Mitteln entsprechenden Einfluss in der Volksversammlung.
In der Volksversammlung hatten die Reiter das größte politische Gewicht. Ihnen folgten die schwer bewaffneten Fußsoldaten. An letzter Stelle kamen die Leichtbewaffneten. Die Reiter entstammten dem reichen Adel (nobiles) und den reich gewordenen nichtadligen Familien. Die Angehörigen dieses Standes nannten sich schließlich Ritter (ordo equester).
Die Ritter erhielten ab 218 v. Chr. einen besonderen Einfluss in der römischen Gesellschaft. In diesem Jahr wurde eine Bestimmung erlassen, die es den Senatoren untersagte, Geld- und Handelsgeschäfte zu tätigen. Senatoren durften nur noch von den Erzeugnissen ihrer Landgüter leben. Rom war durch seine Eroberungen mit den großen Handelsmächten des Mittelmeerraumes in Kontakt gekommen und führte deshalb die Geldwährung ein. Für den Adel boten sich daher einträgliche Geschäftsaussichten. Das wollte aber C. Flaminius mit seinem Gesetz von 218 verhindern. Es war nur noch den Rittern erlaubt Handelsgeschäfte zu unternehmen, wenn sie keine Senatoren waren. Die Ritter entwickelten sich zu Bankiers und Handelsherren.
Ein Römer konnte in den Ritterstand aufsteigen, wenn er mehrere Bedingungen erfüllt hatte. Seine Familie musste seit zwei Generationen als freie Bürger im Land leben. Außerdem mussten der Anwärter auf den Ritterstand über ein großes Vermögen verfügen.
War ein Römer zum Ritter ernannt worden, musste er eine geregelte Ämterlaufbahn absolvieren, wenn sie weiter in der Gesellschaft aufsteigen wollten. Zunächst dienten die Ritter als Offiziere an den Grenzen des Reiches. Nach mehreren Jahren in der Legion übernahmen sie Aufgaben innerhalb der Verwaltung.
Da Rom keine einheitliche Finanzverwaltung besaß, wurden die Ritter auch zu “Steuereintreibern”. Sie erwarben die Steuerpacht einzelner Regionen und Länder, erhoben die Steuern und führten sie nach Rom ab. Für den Ritter fiel dabei auch noch genug ab. Die führenden Angehörigen des Ritterstandes erwarben daher im Laufe der Jahre unermessliche Reichtümer.
C. Gracchus, der die Macht der Senatoren weiter einschränken wollte, vergab an die Angehörigen des Ritterstandes die Geschworenenposten bei politischen Prozessen. Diese Gerichtshöfe ahndeten Verbrechen, die von Senatoren begangen wurden. Diese neue Macht der Ritter war stets umstritten. So verloren die Ritter zeitweise ihre einflussreichen Positionen an diesen Gerichtshöfen.
Die Macht der Ritter sollte auch dadurch verringert werden, indem man sie zu Senatoren ernannte. Damit verloren sie das Recht auf die Geld- und Handelsgeschäfte. Aber es kamen immer neue Nachfolger in den Ritterstand und dessen Macht war weiter beachtenswert.
Angehörige des Ritterstandes stellten häufig die Kommandanten der Feuerwehr und Polizei der Stadt Rom. Sie übten die Funktionen eines Präfekten über Ägypten aus und waren Befehlshaber der Prätorianergarde im Kaiserreich.
Literatur:
Jochen Bleicken: Die Verfassung der römischen Republik Paderborn: Schöningh 1975
Karl Christ: Die römische Kaiserzeit Beck, 2001
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