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Bevor Rom zur Großmacht wurde, war die Industrie im umgebenden Land kaum vorhanden. Latium wurde von der Landwirtschaft geprägt. Etruskien und Kampanien waren die hauptsächlichen Produzenten von Bronzeartikeln, Keramik u.a.
Als Rom seine Macht ausweitete, wurden die Handwerker der unterworfenen Länder nicht arbeitslos. Sie produzierten weiter und fanden in der neuen Hauptstadt Italiens einen Absatzmarkt. Rom zog unzählige Künstler und Bauhandwerker in großer Zahl an.
Das aufstrebende Imperium sorgte dafür, dass in der Stadt eine beachtliche Luxusindustrie entstand. Die umliegenden Gegenden Roms entwickelten unterschiedlichste Wirtschaftszweige. Die Hafenstädte wurden zu Zentren des Schiffsbaus. Landwirtschaftliche Produkte wurden günstig in Kampanien angebaut. Apulien lieferte Wolle.
Norditalien war bereits in der römischen Antike Standort viele “industrieller” Betriebe. Hier wurde Bronze, Bernstein und Wolle verarbeitet. In den eroberten Gebieten entwickelten sich weitere Konkurrenten für die italischen Betriebe. Edelmetalle, Bronzeprodukte, Textilien und Keramiken kamen aus Gallien, Spanien lieferte Wolle und Metalle. Tischler, Gerber und Färber waren weitere gefragte Handwerker.
Neben den selbständigen Handwerkern gab es unzählige von Sklaven in der Produktion. Die vielen Sklaven sorgten dafür, dass es zu manchen Zeiten schwierig für freie Handwerker war, eine Arbeit zu finden. Die Arbeit der Handwerker wurde speziellen Regeln unterworfen. Es wurden Ausbildungen geregelt. Um das Handwerksgewerbe zu schützen wurden in der Kaiserzeit die Kinder von Handwerkern gezwungen, den Beruf der Väter weiter auszuüben. Handwerker bestimmter Gewerbe schlossen sich zu Arbeiterverbänden zusammen.
Die römische Industrie war aber nicht so beherrschend, wie sie es heute in unserer Zeit ist. Die Produktion ähnelte mehr großen Handwerksbetrieben, als durchrationalisierter industrieller Fertigungstechnik.
Literatur:
Ugo Enrico Paoli Das Leben im alten Rom. 2. Aufl. Bern: Francke Verlag 1961
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