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Alltag im Antiken Rom : Mode und Kleidung
Toga
Eine Toga durften in Rom nur römische Bürger tragen, für Verbannte oder gar Ausländer war das Tragen dieses Kleidungsstücks verboten.
Mit dem Vorrecht, die Toga tragen zu dürfen, drückten die Römer ihre Vormachtstellung aus. Sie waren die Herren der Welt (rerum dominos gentemque togatam).
Bereits die Jungen trugen eine Toga, die toga praetexta. Sie trugen sie bis zum 15./17. Lebensjahr. Dann erhielten sie die Männer-Toga, die toga virilis. Während die Kinder-Toga mit Purpurstreifen gesäumt war, bestand die Toga der Erwachsenen, Männer wie Frauen, nur aus weißer Wolle. Verliehen wurde die toga virilis an jedem 17. März, dem Bacchusfest. Die Toga praetexta wurde auch von Beamten und Priestern getragen.
Verschiedene Farben kennzeichneten den Träger einer Toga. Die gewöhnliche Toga war aus weißer Wolle (= toga pura). Ein sehr helles Weiß trugen Kandidaten für politische Ämter (= toga candida). Schwarz bzw Grau trugen die trauernden Familienmitglieder (=toga pulla).
Trotz der Bedeutung der Toga, trugen immer weniger das Gewand.
Die Toga war ein halbkreisförmiges Tuch und war nur mit Hilfe einer zweiten Person anzulegen, wobei man auf einen eleganten Faltenwurf achtete. Zur Toga wurde ein fester Halbschuh getragen, der calceus.
Mantel (=pallium)
Die Toga erwies sich im Alltag zu unpraktisch, so dass lieber ein Mantel getragen wurde. Er war rechteckig geschnitten und wurde einfach um den Körper gewunden. Er reichte oft bis zu den Knöcheln, konnte aber auch eine Schulter frei lassen.
Die Frauen zogen den Mantel etwas über den Kopf, wenn sie verheiratet waren. Ein praktischer Mantel war die paenula, ein Wettermantel, der wie ein Poncho getragen wurde.
Tunica
Später wurde es üblich, dass man die Tunica trug, die man eigentlich früher nur unter Toga und Mantel anzog.
Die Frauen-Tunicen mit langen Ärmeln, und die Bekleidung reichte bis zum Knöchel. Die Männer trugen die Tunicen bis zum Knie.
Diese Kleidung wurde am Tag wie auch in der Nacht getragen. An besonders kalten Tagen trug man praktischerweise mehrere Tunicen übereinander.
Das öffentliche Tragen der Tunica wurde aber trotzdem immer wieder kritisiert, so dass Augustus eine Bestimmung erließ, dass bei öffentlichen Veranstaltungen, vor Gericht und auf dem Forum Romanum das Tragen der Toga zur Pflicht gemacht wurde.
Doch die allgemeine Gewohnheit setzte sich durch, so dass auch Senatoren und Ritter ihre tunicen in der Öffentlichekeit trugen. Zwei vertikale purpurne Streifen auf den Kleidungsstücken dokumentierten ihre herausragende soziale Stellung.
Die tunica bestand aus Wolle bzw. Leinen.
Frisuren
Die Frisuren der Frauen in der römischen Republik waren sehr einfach. Die Haare waren z.T. gescheitelt und streng nach hintern gekämmt und zu einem Knoten gebunden. “Gewagte” Frisuren waren dagegen verpönt, weil man die Trägerinnen dieses Haarschmucks für eine Prostituierte halten konnte.
Erst in der Kaiserzeit wagten die Frauen mehr. Hohe Frisuren wurden jetzt getragen. Bänder, Nadeln und künstliche Haarteile formten die Frisur zu einem schildförmigen Gebilde. Die Frauen aus der Oberschicht beschäftigten ihre eigene Friseurin, die ornatrix.
Die Haare wurden mit einem erhitzten Lockenstab, calamistrum, hoch onduliert. Viele Frauen trugen auch Perücken und künstliche Augenbrauen.
Die Perücken- und Augenbrauenhersteller hatten in Rom ihr eigenes Stadtviertel in der Nähe des circus flaminius.
Die Haare färbten sich die Frauen mit Henna, Asche und Kräutern. Rote, blaue und blonde Tönungen erfreuten sich großer Beliebtheit. Weniger beliebt war die übrige Körperbehaarung bei den Römern. Frauen und Männer ließen sich von “Haarausreißern” die lästige Behaarung entfernen.
Kosmetik
In zahlreichen Gräbern fand man die Schminkutensilien auf die eine Frau nicht verzichten wollte.
Das Make-up bestand aus Puder, mit Honig und fettigen Cremes versetzt. Das Rouge wurde aus Pflanzen und der Pupurschnecke gewonnen. Glimmerstaub und Lidschatten in Grün oder Blau durften nicht fehlen.
Auch Gesichtsmasken fanden Verwendung, wobei die Zutaten etwas merkwürdig sein konnten. Man benutzte zum Teil Eselsmilch, aber auch Kot und Innereien!
Schuhe
Im Haus trug man Sandalen, sandalium, bestehend aus einer Sohle, die mit Riemen am Fuß befestigt wurden. Außerhalb wurde der calceus getragen, ein fester Schuh.
Die Soldaten legten in Stiefeln, caligae, ihre Wege zurück. Mit einem Riemengeflecht wurden die Sandalen am Fuß befestigt. Sie Sohle war mit Eisennägeln versehen und damit sehr strapazierbar.
Literatur:
Wilfried Greiner: Rom ; Ruinen erzählen ; Alltägliches Leben im alten Rom Böhlau 1998
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