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Die römischen Provinzen: Moesia, Thracia

Moesia

Das Gründungsdatum der Provinz ist unklar. Wahrscheinlich war es das Jahr 15. Moesia gehörte bis 44 zu Macedonia und Achaea, die zu dieser Zeit eine gemeinsame Provinz bildeten.

45 wurde Moesia selbständige Provinz, wobei sie noch angrenzende Gebiete aus Thrakien zugeteilt bekam. Hauptstadt wurde Viminacium, das heutige Kostolac.

Die Provinz war Grenzland. Deshalb stationierten die Römer zunächst zwei Legionen im Land. Sie sicherten das Gebiet bis zur Schwarzmeerküste und zur Krim. 86 wurde die Provinz geteilt in Moesia superior (Hauptstadt Viminacium) und Moesia inferior (Hauptstadt Novae). Jeweils zwei Legionen wurden in den beiden Provinzen stationiert.

Die Römer bauten das Straßennetz aus und machten die Donau schiffbar. So konnten Händler und Militär von den besseren Verkehrsbedingungen profitieren.

Die Landwirtschaft war an der unteren Donau ergiebig, während die Viehzucht vor allem im Bergland betrieben wurde. Die Gegend des heutigen Kosovo war reich an Gold, Silber und Blei.

Die beiden Provinzen wurden immer wieder von ihren Nachbarn bedroht. Die Römer führten deshalb mehrere Kriege gegen Daker, Jazygen, Alanen und Goten. 271 gaben die Römer Dakien auf, in dessen Folge die Provinzen Moesia superoir und inferior verkleinert wurden.

Diocletian teilte die Gebiete in Moesia I (Hauptstadt Viminacium), Dardania (Hauptstadt Naissus, das heutige Nis), Moesia II (Hauptstadt Novae, das heutige Staklen) und Scythia (Hauptstadt Durostorum).

Unter byzantischer Herrschaft blieben die Provinzen weiter Grenzland und sicherten die Donaugrenze. Im 14. Jahrhundert beendeten die Osmanen die Römerzeit in Moesia.

Thracia

Thrakien grenzte an die römische Provinz Macedonia. Die vielen Stämme der Thraker waren immer wieder eine Bedrohung für Rom. Doch die Uneinigkeit zwischen den thrakischen Völkern schwächte deren militärische Stärke.

Als der König von Pontus, Mithradates VI., sich gegen Rom erhob, nutzten die Thraker die Gunst der Stunde und fielen  Macedonia mehrfach ein, weil die römischen Legionen nach Asien gesandt worden waren.

Während der Kämpfe zwischen Octavian und den Mördern Caesars wurde auch Thrakien in die römischen Auseinandersetzungen verwickelt. Einzelne Stämme kämpften dabei gegeneinander an der Seite der gegnerischen römischen Feldherrn.

Octavian setzte nach seinem Sieg einen Vasallenkönig in Thrakien ein, um das Land für Rom zu sichern. Während der nächsten sechzig Jahre herrschten verschiedene Herrscher über das Gebiet. Dynastische Auseinandersetzungen im Land, verschiedene Aufstände gegen Rom ließen Rom schließlich das Land zur Provinz zu ernennen (45).

Hauptstadt wurde Printhos, das heutige Marmara Ereglisi. Zunächst unternahmen die Römer keine großen Anstrengungen, neue Städte im Land zu gründen. ERst Kaiser Nero und seine Nachfolger siedelten Römer, darunter Veteranen, in Thrakien an.

Wirtschaftlich von Bedeutung war die Landwirtschaft am Marmara-Meer und dem Schwarzen Meer. Auch Gold, Silber, Blei und Kupfer wurden gefördert. Besonders wichtig waren die Thraker auch für die Rekrutierungen der römischen Armee. Die thrakischen Reiter waren gefragte Soldaten.

Ab 150 war Thrakien immer wieder Schauplatz blutiger Einfälle fremder Stämme.  Vor allem Goten und Burgunder gehörten zu den angriffslustigen Völkern. Um 250 wurden die vordringenden Goten aber zunächst von Claudius II. besiegt. Dieser vernichtete aber nicht die unterlegenden Goten, er siedelte sie als Kolonisten in Thracia und Moesia zunächst an.

Nachdem die Römer sich aus Dakien zurückgezogen hatten, bildete Diocletian auch Thracia um. Die Provinzen waren Thracia (Hauptstadt Philippolis), Haemimontus ( Hauptstadt Hadrianopolis, das heutige Edirne), Rhodope (Hauptstadt Aenus), Europa (Hauptstadt Perinthos/Herakleia).

Später gehörte Thracia zum oströmischen Reich. Während dieser Zeit war es weiterhin ein umkämpftes Gebiet. Im 14. Jahrhundert eroberten die Osmanen das Land und beendeten die Römerzeit in Thrakien.

Literatur:

Bechert, Tilmann:
Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick
Mainz: von Zabern 1999
(Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)

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