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Die römischen Provinzen: Mauretania, Britannia, Lycia et Pamphylia

Mauretania

Bocchus, der König von Mauretanien, hatte 105 v. Chr. den numidischen Fürsten Jugurtha das Asyl verwehrt und ihn an Rom ausgeliefert. Als Belohnung erhielt er Teile des numidischen Reiches zugesprochen.

Fortan unterstützte Mauretanien die Politik Roms. Die Könige Bocchus II. und Bogud II., die sich Mauretanien später geteilt hatten, kämpften auf der Seite Caesars gegen Pompeius. Caesar belohnte seine Verbündeten mit Land.

Die beiden Könige waren Brüder und unterstützten nach der Ermordung Caesars jeweils verschiedene politische Lager. Bogud unterstützte Marcus Antonius und Bocchus Octavian, den späteren Augustus. Die Brüder starben während des römischen Bürgerkriegs. Bogud wurde von M. Agrippa hingerichtet, und Bocchus II. starb, ohne einen Erben zu hinterlassen.

Die Römer gründeten in Mauretanien während der nächsten Jahrzehnte mehrere Kolonien, deren Städte sich erfolgreich entwickelten. 25 v. Chr. ernannte Augustus Juba II. zum Klientelkönig von Mauretanien. Bis zur Regierungszeit von Kaiser Claudius hatte Mauretanien daher eine gewissen Unabhängigkeit behalten.

42 gründete Kaiser Claudius die beiden Provinzen Mauretania Caesariensis und Mauretania Tingitana. Die mauretanische Bevölkerung war von dieser Umwandlung ihres Landes zunächst nicht überzeugt. Hauptstädte wurden Iol Caesarea, das heutige Cherchel und Tingis, das heutige Tanger.

Die mauretanischen Provinzen waren durch ihre langen Grenzen in unwirtlichen Gegenden immer wieder Schauplatz nomadischer Angriffe. Deshalb stationierte Rom Auxiliar-Einheiten im Land.

Mauretanien war teilweise ein fruchtbares Land, das nicht nur für den Eigenbedarf produzierte. Exportiert wurden Weizen, Rinder, Schafe, Wild, Fische und Purpur. Beim römischen Militär und den Arenen waren die Pferde des Landes ein gefragtes Gut. Auch Marmor, Kupfer und Edelsteine wurden exportiert.

Ab dem 3. Jahrhundert zerfielen die Provinzen unter dem Ansturm der Nomaden. Diocletian ordnete die übrig gebliebenen Landesteile dadurch neu, dass er sie an Hispania bzw an Africae angliederte. Später konnte sich Justinian noch einen Teil als Mauretania II sichern. Mit dem Siegeszug der Araber endete im 8. Jahrhundert die Römerzeit.

Britannia

Die britische Insel erweckte erst zur Zeit Caesars politisches Interesse in Rom. Von 55 bis 54 v. Chr. unternahm Caesar mehrere Feldzüge auf der Insel - mit unterschiedlichem Erfolg. Zumindest der Süden wurde unter römische Herrschaft gestellt. Einige weitere Stämme gingen Bündnisse mit Rom ein.

In den nächsten Jahrzehnten war die römische Politik gegenüber Britannien unentschlossen. Erst Kaiser Claudius setzte die Eroberung der Insel energisch fort. Zu dieser Zeit entstand auch die Provinz Britannia. Kaiser Domitian setzte die Eroberungen weiter fort. Kaiser Hadrian sicherte um 120 die Nordgrenze des römischen Reiches in Britannia durch die nach ihm benannte Hadriansmauer.

Ein legatus Augusti praetore leitete in der Provinz die Verwaltung. Drei Legionen sicherten Land und Grenze für Rom. Hauptstadt der Provinz wurde Londinium, das heutige London.

Die Romanisierung des Landes war wenig erfolgreich. Nur eine Handvoll Städte zeigten Spuren römischer Lebensart. Die britischen Stämme, keltischer Herkunft, lebten lieber in ihren vertrauten Dörfern.

Wirtschaftliche Bedeutung hatten die Landwirtschaft und die Viehzucht. Kohle, Salz, Keramik und Glas hatten nur regionale Bedeutung. Die britische Insel war berühmt für ihren Zinnbergbau. Auch Gold, Blei und Kupfer wurden exportiert.

Gegen 211 wurde die Provinz in Britannia superior und Britannia inferior aufgeteilt. Diocletian unterteilte die beiden Provinzen weiter auf in: Britannia prima ( Hauptstadt Corinium, das heutige Cirencester), Maxima caesariensis (Hauptstadt Londinium), Britannia secunda (Hauptstadt Eboracum), Flavia caesariensis (Hauptstadt Lindum, das heutige Lincoln). 369 wurde noch die Provinz Valentia hinzugefügt (Hauptstadt Luguvallium, das heutige Carlisle).

Im 4. und 5. Jahrhundert zogen römische Feldherren ihre Truppen mehrfach aus Britannie ab, um gegen ihre kaiserlichen Widersacher auf dem Festland zu kämpfen. So wurde das militärisch geschwächte Land zum lohnenden Ziel der Angeln und Sachsen, die die Römer und Kleten im 5. Jahrhundert schließlich verdrängten.

Lycia et Pamphylia

Die beiden Länder hatten in der Antike unterschiedliche Kulturen. Pamphylia war von Griechen bewohnt, die in mehreren voneinander unabhängigen Städten lebten. Lykien war von einer kretisch-stämmigen Bevölkerung besiedelt worden und hatte eine eigenständige Kultur entwickelt.

Beide wurden in der Antike in die Auseinandersetzungen zwischen den Seleukiden, Pergamon und Rom hineingezogen. Als die Provinz Asia 129 v. Chr. eingerichtet wurde, blieben Pamphylien und Lykien zunächst unabhängig.

Pamphylia wurde ab 100 v. Chr. zu einer Basis von Piraten, die im Verbund mit den kilikischen Seeräubern weite Teile des Mittelmeeres verunsicherten. 67 v. Chr. schlug Pompeius endgültig die Piraten. Pamphylia wurde der Provinz Cilicia angegliedert.

43 wurde Pamphylia mit Lycia zu einer römischen Provinz zusammengefasst. Hauptstadt wurde die lykische Stadt Patara. Die Romanisierung der neuen Provinz verlief in den nächsten Jahrhunderten erfolgreich. Exportiert wurden Getreide, Wein, Olivenöl und Salz. Das Harz des Styraxbaumes war als Droge, Grundstoff für Parfüm und für medizinische Zwecke im Römischen Reich begehrt. Auch die Pferdezucht erfreute sich großer Nachfrage.

Ob Diocletian die Provinzen teilte, ist unter Historikern strittig. Später gehörten die Gebiete zu Byzanz, ehe sie im 7. Jahrhundert von den Arabern erobert wurden.

Literatur:

Bechert, Tilmann:
Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick
Mainz: von Zabern 1999
(Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)

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