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Die römischen Provinzen: Pannonia, Cappadocia, Raetia

Pannonia

Auch die Stämme der späteren Provinz Pannonia leisteten Rom erbitterten Widerstand. Erst im Jahr 6 erwiesen sich die Römer als Sieger.

Die Provinz Pannonia war für Rom Grenzgebiet. Deshalb wurden hier drei Legionen stationiert. Später wurde noch eine weitere Legion nach Pannonia entsandt. Trajan teilte 106 die Provinz in Pannonia superior mit der Hauptstadt Cornuntum und in Pannonia inferior mit der Hauptstadt Aquincum.

Die Kaiser Diocletian und Constantin I. teilten die Provinz weiter auf, so dass schließlich vier Provinzen auf dem Gebiet Pannonias vorhanden waren: Pannonia prima, Savia, Valeria und Pannonia secundo.

Zunächst gründeten die Römer wenige Städte für seine Veteranen. Später gründeten die flavischen kaiser weitere Städte und forcierten damit die weitere Romanisierung des Landes. Fast 200 Jahre herrschte in Pannonia Frieden, der nur von den Kriegszügen der Markomannen (167) unterbrochen wurde. 260 griffen die Goten die Provinz an.

Pannonia und seine Fürsten spielten im dritten und vierten Jahrhundert eine bedeutende Rolle im römischen Reich, indem sie mehrere Kaiser stellten. Die römischen Legionen in Illyrien und Pannonien ernannten mehrere ihrer Feldherrn zu Caesaren.

Die Goten und die Hunnen beendeten ab 400 die Römerzeit.

Cappadocia

Die Gebiete Kappadokiens hatten als Nachbarn Galatia, Pontus und Armenia. Sie waren zunächst unter persischer Herrschaft und gehörten später zum Seleukidenreich. Ariarathes III. (255 bis 220 v. Chr.) erreichte die Unabhängigkeit seines Landes. Das Königreich unterstützte die Politik Roms. Dabei wurde das Land auch in dessen Konflikte mit hereingezogen. Zeitweilig geriet Kappadokien unter die Herrschaft Mithradates VI., des Königs von Pontus. Auch die Armenier herrschten kurzfristig über das Land.

In mehreren Feldzügen gelang es den Römern den König von Pontus und die Armenier zu besiegen. In Kappadokien setzte Rom dann immer wieder willfährige Klientelkönige ein. So blieb Kappadokien relativ unabhängig.

Erst Tiberius setzte einen Procurator an die Seite des kappadokischen Königs. Im Jahr 17 setzte Tiberius den König Archelaos ab, weil dieser nicht mehr die römische Politik unterstützen wollte.

Die Provinz Cappadocia wurde von einem procurator regiert. Die Hauptstadt wurde Mazaka. Cappadocia mit seiner östlichen Grenze zum Euphrat war von wichtiger militärischer Bedeutung für Rom. So wurde die Provinz zeitweilig mit Galatia und Pontus zusammengelegt und von einem Statthalter verwaltet. Trajan trennte Galatia später wieder von Cappadocia ab.

Bis ins dritte Jahrhundert herrschte weitgehend Frieden in der Provinz. Erst die vordringenden Goten und das erstarkende Reich der Sassaniden verwüsteten das Land mehrmals.

Kappadokien war bekannt für seine Landwirtschaft. Weizen und Brot waren begehrte Artikel. Weniger umfangreich war der Ertrag bei Obst, Wein und Olivenöl. Die Viehzucht war bedeutend. Neben Schafen, Maultieren und Eseln waren Pferde gefragt. Die Pferderassen waren beim Militär und bei Wagenrennen sehr beliebt.

Ein weiterer wichtiger Wirtschaftszweig Kappadokiens war der Bergbau. Abgebaut wurden Onyx, Bergkristalle, Rötel, Steinsalz und Silber. Wichtig war Cappadocia auch für die Münzprägung. Die hier hergestellten Münzen waren hoch begehrt und förderten dadurch den Handel in der Region.

Die Bemühungen der Romanisierung des Gebietes blieben bescheiden. Es wurden nur wenige Städte in der Römerzeit gegründet. Der herrschende kappadokische Adel und die Sitten und Gebräuche des Landes widerstanden der römischen Lebensart. Weite Teile des Bevölkerung waren arm und abhängig vom Adel und von den Tempelpriestern. Viele lebten in sklavenähnlichen Abhängigkeiten. Diese Menschen bildeten auch das Reservoir für den Sklavenhandel mit Rom.

Cappadocia gelangte schließlich unter byzantische Herrschaft und wurde von Kaiser Valens in Cappadocia prima und Cappadocia secunda unterteilt. Im 11. Jahrhundert eroberten die Seldschuken das Land und beendeten damit die Römerzeit endgültig.


Raetia

Wann das Gebiet des heutigen Nordtirols, weiter Teile der Schweiz und Südbayerns zur Provinz wurden, ist nicht genau bekannt. Die Römer begannen ab 25 v. Chr. mit ihren Feldzügen in den Alpen, die um die Zeitenwende erfolgreich endeten. Die römischen Truppen in dem eroberten Gebiet waren wahrscheinlich dem so genannten Rheinkommando unterstellt. Zu dieser Zeit sprach man noch nicht von einer römischen Provinz in diesem Gebiet.

Zur Provinz wurde das Gebiet wahrscheinlich erst unter der Regierungszeit Kaiser Claudius. Eine Inschrift aus dieser Zeit berichtet von einem procurator für Raitiai et Vindeliciai.

Die Hauptstadt der Provinz war wahrscheinlich zunächst Cambodunum, das heutige Kempten. Andere Historiker vertreten aber auch die Ansicht, dass Augsburg die Hauptstadt gewesen sein könnte. Augsburg, Augusta Vindelicum, war ab Kaiser Hadrian dann eindeutig Hauptstadt der Provinz.

Auch Raetia war eine Grenzprovinz und besaß eine militärische Besatzung aus Auxiliar-Truppen. Trotzdem herrschte lange Zeit Frieden im Land. Im Krieg mit den Markomannen wurde auch Rätien mit eingeschlossen. Die Römer stationierten eine Legion zur Sicherung des Landes in Raetia (175). Nach dem Tod von Diocletian wurde auch Raetia aufgeteilt. Raetia I mit der Hauptstadt Curia, dem heutigen Chur und Raetia II mit Augsburg als Hauptstadt.

Mit dem Ansturm der Alamannen und anderen germanischen Völkern endete gegen 400 die Römerzeit in Raetia.

Literatur:

Bechert, Tilmann:
Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick
Mainz: von Zabern 1999
(Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)

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