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Die römischen Provinzen : Lusitania, Galatia, Dalmatica

Lusitania

Der westliche Teil der iberischen Halbinsel gehörte ab 197 v. Chr. zur Provinz Hispania ulterior. Die Stämme in Lusitania waren fast 200 Jahre immer wieder in Aufständen gegen Rom verstrickt. Die steten Unruhen im Land endeten erst mit der Regierungszeit von Augustus.

Bei der Neuordnung der römischen Provinzen wurde Lusitania nicht vergessen. 27 v. Chr. wurde das Gebiet zur römischen Provinz. Die Hauptstadt wurde Augusta Emerita. Die Provinz war direkt dem Kaiser unterstellt und wurde von einem Proconsul verwaltet.

Mit der Eroberung durch die Alanen 476 endete die römische Zeit in Lusitania. Wirtschaftlich erwähnenswert waren in der Provinz der Erzabbau. Kupfer, Blei, Eisen, Gold und Silber wurden abgebaut.

Galatia

Die Galater waren eigentlich keltischer Herkunft und wanderten aus dem südlichen Gallien in das anatolische Hochland. Östlich von Phrygien und südlich von Bithynien war ihr Siedlungsgebiet.

Die Galater waren gefürchtet wegen ihrer zahllosen Raubzüge in die benachbarten Gebiete. Die umliegenden Reiche wussten die Galater aber auch als kampfeslustige Söldner zu schätzen. So kämpften die Galater auf Seiten der Seleukiden gegen Rom. 189 v. Chr. erlitten die Galater eine vernichtende Niederlage im Kampf gegen die römischen Legionen. Tausende wurden in die Sklaverei verschleppt.

Die Galater wechselten daraufhin auf die Seite Roms und erhielten im Gegenzug die Autonomie zugesprochen. Als Bundesgenossen Roms wurden sie auch in den Krieg gegen Mithradates VI. verwickelt. Nachdem der König von Pontus fast den ganzen führenden Adel der Galater umgebracht hatte, kam es unter den übrigen galatischen Fürsten zu dynastischen Kämpfen. 25 v. Chr. fiel der letzte Galaterkönig Amyntas im Kampf gegen ein Bergvolk.

Das Gebiet der Galater wurde von Rom daraufhin zur Provinz Galatia umgewandelt. Hauptstadt wurde Ancyra, das heutige Ankara. An der Spitze der Verwaltung stand ein Prätor.

Das Gebiet der Provinz war in den ersten zwei Jahrhunderten ständigen Veränderungen ausgesetzt. Diocletian teilte die Provinz in Galatia I und II. Galatia lebte von der Landwirtschaft und exportierte in geringen Umfang Opale und Rauchtopase.

Dalmatia

Das Gebiet von Illyricum war immer wieder Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Rom und den einheimischen Stämmen. Die Völker der Illyrer an der dalmatinischen Küste waren gefährliche Piraten, die immer wieder die Schifffahrt im Mittelmeer bedrohten.

Trotz aller militärischen Anstrengungen konnte Rom das Gebiet in der Zeit der Republik nie längere Zeit besetzen. Erst die Kaiser Augustus und Tiberius waren erfolgreich. Erst im Jahr 9 wurden die Illyrer unterworfen. Auf ihren ehemaligen Stammesgebieten entstanden die provinzen Dalmatica und Pannonia.

Die Römer erschlossen in den nächsten 200 Jahren vor allem das Küstengebiet der Provinz. Das Hinterland wurde wenig romanisiert. Die Stadt Salona wurde zur Hauptstadt der Provinz ernannt. An der Spitze der Verwaltung stand ein Legat, der direkt dem Kaiser verantwortlich war.

Die Römer siedelten zum Teil die einheimischen Stämme in neuen Städten an. Auch Römer zogen in großer Zahl an die dalmatinische Küste. Zahlreiche Veteranen siedelten sich ebenfalls in Dalmatica an und sicherten dadurch das Land vor feindlichen Nachbarn.

Für die Provinz brach eine Zeit des Friedens an. Aufstände gab es nicht mehr. Die vielen Städtegründungen sorgten für wirtschaftliches Wachstum. Getreide, Vieh, Holz, Wein, Olivenöl, Käse und Bier waren gefragte Produkte der Provinz. Auch Kupfer, Blei, Silber und Eisen waren wichtige Exportgüter. Auch der Schiffsbau war ein wichtiger Geschäftszweig. Ironie der Geschichte: die Schiffe der ehemaligen Piraten dienten jetzt als Modelle für die Ausrüstung der römischen Flotte.

Im Gegensatz zu anderen Provinzen wurde Dalmatica nicht von Diocletian aufgeteilt. 395 drangen die Goten zum ersten Mal weit in die Provinz vor. Um 500 endete dann die Römerzeit in Dalmatica unter dem Ansturm der Goten endgültig.

Literatur:

Bechert, Tilmann:
Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick
Mainz: von Zabern 1999
(Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)

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