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Die römischen Provinzen : Africa proconsularia / Numidia, Asia minor
Africa Proconsularia
P. Cornelius Scipio Aemilianus gewann während des Zweiten Punischen Krieges den Numiderfürsten Massinissa als Bundesgenosse gegen Karthago. Nach der Schlacht von Zama (201 v. Chr.) wurde Massinissa vom Senat zum König von Numidien ernannt.
In den folgenden 50 Jahren versuchte der Numider seinen Machtbereich auf Kosten Karthagos auszuweiten, wobei der römische Senat ihn wohlwollend freie Hand ließ. Schließlich erhob sich Karthago ein letztes Mal, um seine Unabhängigkeit von Roms Dominanz zu erreichen. 146 v. Chr. zerstörten die Römer Karthago und beendeten damit den Dritten Punischen Krieg.
Weite Gebiete des ehemaligen karthagischen Machtbereichs wurden zur Provinz Africa. Den Rest der Ländereien sprach Rom den Erben Massinissas zu. Die Stadt Utica wurde zur Hauptstadt der neuen Provinz.
Die Numider behielten zunächst ihre Unabhängigkeit. In Numidien kam es aber in den nächsten Jahren zu Erbauseinandersetzungen. Als der Fürst Jugurtha dabei zu mächtig wurde, griff Rom in den Konflikt ein. 105 v. Chr. besiegten die Römer den Numiderfürsten, und die Numider verloren große Teile ihres Landes an die Provinz Africa. Im Römischen Bürgerkrieg schlug Caesar 46 v. Cr. die Truppen des Pompeius und seiner numidischen Verbündeten. Die Provinz Africa wurde in Africa vetus umbenannt. Die eroberten Gebiete wurden zur Provinz Africa nova.
Augustus vereinte im Zuge seiner Neuorganisation der römischen Provinzen die afrikansichen Besitzungen zu Africa proconularis. Dazu gehörte auch Tripolitana.
Kaiser Septimus Severus trennte 198 von der Provinz Africa proconularis die Provinz Numidia ab. Diocletian unterteilte die afrikanischen Gebiete nochmals. Sie hießen nun Africa proconsularis, Byzancena und Tripolitania. Im 4. jahrhundert kamen noch die Provinzen Numidia militania und Numidia cirtensis hinzu. Die Völkerwanderung, das Herrschaftsintermezzo der Byzantiner und die Eroberung Nordafrikas durch die Araber beendeten die römische Herrschaft.
Die Römer siedelten nach dem Ende der Punischen Kriege italische Kolonisten und ehemalige Legionäre in Nordafrika an. Obwohl Rom zahllose Kriege in Nordafrika geführt hatte, blieben die punische Sprache und die Kulturen der anderen eroberten Völker weiter präsent.
Obwohl Rom den nomadischen Bewohnern ihre Lebensweise beließ, gründete das Imperium mehr als 200 Städte für seine Kolonisten und ehemalige Legionäre. So wurde Africa zu einem dicht von Römern besiedelten Gebiet. Historiker vermuten, dass bis zu 40 % der gesamten römischen Bevölkerung zeitweise in Nordafrika lebten.
Hauptexportgut der afrikanischen Provinzen war das Getreide. Zu Zeiten Neros kamen fast zwei Drittel aller Getreideimporte aus der Provinz Africa. Nur ein Drittel kam aus Ägypten nach Rom. Rom steuerte die Landwirtschaft Africas und legte zunächst den Schwerpunkt auf den Weizenanbau. Im zweiten Jahrhundert weitete man den Oliven- und Weinanbau in Nordafrika aus, weil Italien nicht mehr die Nachfrage erfüllen konnte.
Die römischen Städte in Nordafrika waren auch Güterumschlagsplätze für den Handel mit dem afrikanischen Hinterland. Numidien hatte ein weiteres wichtiges Exportgut: wilde Tiere für die Arenen Roms. Aus Numidien kam auch wertvoller Marmor.
Asia minor
Pergamon war nach dem Tod Alexander des Großen einer der ersten Verbündeten Roms ins Kleinasien. Das Land wurde immer wieder bedroht durch die Machtpolitik der Makedonier und der Seleukiden. 133 v. Chr. starb Attalos III., der letzte Herrscher von Pergamon. Er hatte keine legitimen Nachkommen und vererbte Rom seinen Besitz. Rom zeigte sich zunächst bescheiden, indem es nur das Königsland und den Staatsschatz annahm. Die Stadt Pergamon und viele Griechenstädte blieben zunächst unabhängig.
Ein unehelicher Sohn Attalos’ erhob sich gegen Rom. Aristonikos war zunächst erfolgreich und errang Siege auf dem Schlachtfeld. 129 v. Chr. unterlag er schließlich den römischen Truppen und wurde im selben Jahr hingerichtet.
Das Staatsgebiet Pergamons, angrenzende Ländereien und einige ägäische Inseln wurden zur Provinz Asia. Wie in Maceonia und Achaea wurde die neue Provinz Asia von den Römern rücksichtslos ausgebeutet. Die jeweiligen Statthalter und deren Steuerpächter erhoben hohe Steuern, die zum großen Teil in ihren eigenen Taschen landeten.
Die Ausbeutung der Bevölkerung führte zu sozialen Unruhen, die der König von Pontus Mithradates VI. geschickt für sich ausnutzte. Als er 88 v. Chr. in die Provinz Asia einmarschierte, wurde er als Befreier bejubelt. Doch die Römer besiegten wenig später den König, und die Bewohner der Provinz Asia mussten an Rom eine hohe Entschädigung zahlen.
Die Politik Roms begann sich zum Ende der Republik zu wandeln. Der Statthalter Lucullus und der Triumphir Pompeius begannen gegen die Willkür der Steuerpächter vorzugehen. 27 v. Chr. ordnete Kaiser Augustus die römischen Provinzen um. Wie Africa wurde Asia eine Senatsprovinz, an deren Spitze ein Proconsul stand. Damit die neuen Statthalter nicht wieder in die eigene Tasche wirtschafteten, erhielten sie vom Kaiser eine sehr hohe Entlohnung für ihre dienste. Hauptstadt wurde Ephesos.
Mit der Neuorganisation der Provinzverwaltung begann der irtschaftliche Aufschwung der Städte in Asia. Die Häfen von Ephesos, Milet und Kaunos wurden Hauptumschlagsoätze für Textilien, Teppiche, Holz, Marmor und Keramiken. Die Handelsschifffahrt Kleinasiens wuchs zu einem einflussreichen Faktor in der wirtschaft des Imperiums.
Unter Diocletian wurde Asia im mehrere Teile aufgegliedert: Hellespontus, Asia, Lydia, Caria, Phrygia I. und Phrygia II. Während der Kaiserzeit war die Provinz Asia häufig Durchzugsgebiet der römischen Legionen in den Kriegen gegen Parther und Sassaniden. Während der Völkerwanderung verwüsteten die Goten Teile des Landes. Unter dem Kaiser Herakleios I. kam Asia im siebten Jahrhundert an Byzanz.
Literatur:
Bechert, Tilmann: Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick Mainz: von Zabern 1999 (Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)
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