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Die römischen Provinzen in der Antike : Hispania, Macedonia und Achaea
Hispania
Vor den Punischen Kriegen gehörte die iberische Halbinsel zum Machtbereich Karthagos. Vom Süden bis zum Ebro reichte das Herrschaftsgebiet der Punier. Das Bergland blieb aber im Besitz verschiedener keltischer Stämme.
206 v. wurden die Karthager aus Spanien von den Römern vertrieben. Kurz darauf wurde das Land römische Provinz. Ab 195 v. Chr. unterteilten die Römer Hispania in Hispania citerior und Hispania ulterior. An der Spitze der Verwaltung standen mehrere Prätoren.
Während die Römer zahlreiche Städte in den Küstenregionen gründeten bzw. ausbauten, blieb das Landesinnere weiter keltisch. Rom führte mehrere Kriege gegen die Kelten, ehe schließlich das Bergland dem Imperium angegliedert werden konnte.
Ab 27 v. Chr. wurden die spanischen Provinzen mehrfach umgegliedert und aufgeteilt. Hispania tarraconensis, Baetica, Lusitanie hießen die neuen Provinzen.
Die Romanisierung Spaniens in der Kaiserzeit war so erfolgreich, dass die keltische Kultur fast gänzlich verdrängt wurde. Überleben konnte nur die baskische Sprache bis in unsere Zeit.
214 bildete Caracalla die Provinz Gallaecia, und Diocletian trennte die Provinz Carthaginiensis von Hispania Tarraconensis ab. Während der Völkerwanderung drangen die Westgoten in Spanien ein und verdrängten die Römer.
Spanien hatte aber nicht nur eine politisch-strategische Bedeutung für Rom und Karthago. Die iberische Halbinsel war reich an Bodenschätzen. Gold, Kupfer, Zinn und Silber wurden in zahlreichen Bergwerken abgebaut. Silber kam aus Carthago Nova, Schwerter aus Toletum, dem heutigen Toledo und aus Cordoba Kupfer.
Die Landwirtschaft im Osten und Süden war sehr ertragreich und exportierte Olivenöl, Getreide und Wein nach Rom.
Macedonia
Während des Zweiten Punischen Krieges fand der karthagische Feldherr Hannibal im makedonischen König Philipp V. einen Verbündeten im Kampf gegen Rom. Doch die römische Außenpolitik verstand es geschickt, die Makedonier vor dem Eingreifen gegen Rom zurückzuhalten.
Als Philipp nach dem 1. Makedonischen Krieg seinen Machtbereich nach Kleinasien ausdehnen wollte, riefen die Bewohner von Rhodos und Pergamon Rom zu Hilfe. Die Senat schickte seine Truppen nach Griechenland. 197 v. Chr. schlugen die Legionen mit Unterstützung griechischer Truppen die Makedonier. Philipp musste sich in das eigene Stammland zurückziehen und Vasall Roms werden. Der römische General Flaminius erklärte die Griechen ihre politische Unabhängigkeit.
Der Sohn Philipps, Perseus, erhob sich 171 v. Chr. gegen Rom. Sein Feldzug endete mit einer Niederlage 168 v. Chr. bei Pydna und seiner Gefangenschaft. Rom beließ Makedonien eine relative Unabhängigkeit, in dem keine Truppen im Land stationiert wurden. Makedonien wurde in vier Republiken aufgeteilt, die offiziell als unabhängig betrachtet wurden. Doch gewählte römische Beamte handelten im Namen des Senats.
Mit den Verbündeten Makedoniens ging Rom weniger glimpflich um. Die Länder Epirus, Pergamon und Rhodos mussten Ländereien abtreten und ihre Bewohner wurden teilweise in die Sklaverei verschleppt.
Doch die scheinbare Unabhängigkeit Makedoniens war nicht von langer Dauer. 148 v. schlugen die Römer die Rebellion der Makedonier unter Andriskos blutig nieder. Makedonien, Epirus und Gebiete Illyriens wurden zur römischen Provinz Macedonia zusammengefasst.
Die römische Regierungszeit war geprägt von der wirtschaftlichen und kulturellen Ausbeutung des Landes. Die römischen Statthalter zweigten von den hohen Steuern große Beträge in ihre eigenen Taschen ab. Griechische Kulturgüter wurden geraubt. Zahlreiche griechische Städte begannen zu verfallen.
Kaiser Augustus sorgte ab 27 v. Chr. für das Ende der Willkür. Macedonia wurde einem römischen Prätor unterstellt. Die wirtschaftliche Situation Macedoniens blieb aber weiter brisant. Das ausgebeutete Land musste Kaiser Tiberius sogar um Steuernachlass bitten.
Im zweiten Jahrhundert wurde Thessalien der Provinz Macedonia angegliedert. Doch diese Vergrößerung war nur von kurzer Dauer. Am Ende bestand das Gebiet Macedonia aus den Provinzen Thessalia, Macedonia und Macedonia salutaris.
Achaea
Der Achaeische Bund entstand im vierten Jahrhundert vor Christus. Im Lauf der Zeit schlossen sich bis zu 60 Städte dem Bund an. Im zweiten Jahrhundert umfasste der Städtebund die ganze Peloponnes. Die Außenpolitik des Bundes orientierte sich an den römischen Interessen. Doch die prorömische Haltung zahlte sich schließlich nicht aus. 196 v. Chr. proklamierte der römische Konsul Flaminius zwar die Unabhängigkeit und Freiheit der griechischen Städte. Doch bald erkannte man, dass dieses Versprechen nur ein Lippenbekenntnis war.
Obwohl sich der Achaeische Bund aus den späteren Auseinandersetzungen zwischen Rom und Makedonien herzuhalten versuchte, fielen römische Truppen in das Land ein. Anlass war ein Aufstand der Achaer. Der Konsul Mummius drang auf die Peloponnes vor und zerstörte mehrere griechische Städte, darunter auch Korinth. Die Bewohner wurden entweder massakriert oder in die Sklaverei verschleppt.
Rom verbot die Bundesversammlungen der griechischen Städte und löste die demokratischen Institutionen auf. Politische Parteigänger Roms übernahmen die Regierungsgewalt in den Städten. Diese wurden zur Provinz Achaea zusammengefasst. Achaea wurde vom Statthalter der Provinz Macedonia mitverwaltet.
Wie in Macedonia wurden die Einwohner Achaeas von Rom gnadenlos ausgepresst. Der wirtschaftliche Niedergang der Provinz wurde auch durch mehrere Kriege ausgelöst, die auf dem Gebiet stattfanden. 86 v. Chr. tobte hier der Krieg zwischen Sulla und Mithradates VI., ab 48 v. Chr. bekämpften sich die Legionen im römischen Bürgerkrieg.
27 v. Chr. ordnete Augustus die römische Provinz neu. Achaea wurde von Macedonia losgelöst. Zu Achaea gehörte zu dieser Zeit auch Epirus, die Ionischen inseln und die Ländereien zwischen Peloponnes und Thessalien. Hauptstadt wurde Korinth (Colonia Laus Iulia Corinthus). Ein Prätor übernahm die Regierungsgeschäfte.
Wie in Macedonia besserte sich aber die wirtschaftliche Lage Achaeas nicht. Zeitweise wurde die Provinz deshalb dem Kaiser direkt unterstellt. Unter Nero wurde Epirus von Achaea abgetrennt. Thessalien wurde kanpp hundert Jahre später selbständige Provinz.
In der späteren Kaiserzeit begann der wirtschaftliche Aufschwung Griechenlands. Während ganze Landstriche in der Zeit der Republik verödeten, bildeten sich später viele Städte zu wichtigen Handelsplätzen.
Die Landwirtschaft war zum großen Teil im Besitz von Großgrundbesitzern. Produziert und exportiert wurden Wein, Olivenöl und Honig. Weitere Produkte waren Textilien, Marmor und Purpur. Den Mittelpunkt des griechischen Außenhandels war Korinth mit seinen beiden Häfen.
Ein weiterer wirtschaftliche Faktor war für Achaea derTourismus. Athen, Sparta und die zahlreichen antiken Sehenswürdigkeiten wurden bereits in der antike gern besucht.
Literatur:
Bechert, Tilmann: Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick Mainz: von Zabern 1999 (Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)
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