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Die römischen Provinzen in der Antike : Sicilia, Sardinia et Corsica, Gallia Cisalpina

Sicilia

Geschichte

Erste Siedlungsspuren auf der Insel sind etwa 16000 Jahre alt. Hier siedelten später in vorgeschichtliche Zeit die Morgeten, Sikaner und Sikuler.  Nach den letzteren nannten die Griechen die Insel Sizilien. Im achten Jahrhundert v. Chr. wanderten die Griechen ein.

Während der Zeit der Koloniesierung kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den griechischen Städten. Auch Kämpfe gegen die Ureinwohner und die vordringenden Karthager bestimmten jahrhundertelang die Geschichte. Wichtige Städtegründungen der Griechen waren Syrakus (734 v. Chr.) und Katane (das heutige Catania). Diese Städte wurden zu kulturellen und politischen Zentren griechischer Macht.

Nach dem 1. Punischen Krieg mussten sich die Karthager von der Insel zurückziehen. Von 241 bis 215 v. Chr. herrschte Hieron II. von Syrakus noch über den Ostteil der Insel, weil er sich während der Auseinandersetzungen zwischen den beiden Mächten auf die Seite Roms geschlagen hatte. Ab 215 v. Chr. war Sizilien dann ganz römische Provinz.

Ein römischer Praetor, unterstützt von zwei Quaestoren, war für die Verwaltung von nun an zuständig. Ab 27 v. Chr. wurde die Provinz rangmäßig herabgestuft und wurde von einem Proconsul verwaltet.

Zahlreiche Städte erhielten von den Römern verschiedene Privilegien zugestanden. Besonders die Hafenstädte der Insel waren für die Provinz von Bedeutung.

Nach dem Zusammenbruch Roms herrschten erst die Wandalen, dann die ostgoten und schließlich die Byzantiner über die Insel. 827 eroberten die Araber die ehemalige römische Provinz.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Insel war lange Zeit ein wichtiger Getreidelieferant für das italienische Festland. Angebaut wurden Weizen und Gerste. Die Ernteerträge waren relativ hoch. Historiker schätzen den Ertrag bis zum 16fachen des Saatgutes. Andere Exportgüter waren Wein, Tierhäute, Fische und Früchte, sowie Schwefel und Alaun. Erfolgreich war auch die Weidewirtschaft der Insel. Schafe, Pferde und Rinder wurden nicht nur auf den Gütern der Großgrundbesitzer gehalten. Auch kleine Bauern waren auf diesem Gebiet tätig. Die Provinz hatte auch nach den Punischen Kriegen enge Handelskontakte zum nordafrikanischen Festland.

Sklavenaufstände

Die Landwirtschaft wurde von Kleinbauern und Großgrundbesitzern betrieben. Die großen Landgüter benötigten für die Produktion eine große Anzahl von Sklaven. Die soziale Situation der Sklaven führte zu zwei Erhebungen gegen die reichen Gutsbesitzer.

Gegen 135 v. Chr. erhoben sich die Sklaven eines Gutes gegen ihren Herrn. Sie suchten dabei Unterstützung bei den anderen Sklaven aus der Region. Sie eroberten die Stadt Henna. Der Erfolg der Erhebung ermutigte auch Sklaven aus anderen Regionen, sich zu erheben. Antiochos und Kleon, die Anführer der Rebellen konnten vier Jahre gegen die Macht Roms standhalten. 132 v. Chr. gelang es dann aber dem Konsul P. Rupilius, den Aufstand niederzuschlagen.

104 v. Chr. kam es zu mehreren kleineren Aufständen der Sklaven. Unter dem Kommando von Salvius wurden die unterschiedlichen Gruppen schließlich zusammengefasst. Die Sklaven belagerten Städte und konnten zunächst militärische Erfolge erzielen. Doch 100 v. Chr. brach auch dieser Sklavenaufstand zusammen. Die überlebenden Sklaven endeten in den Arenen Roms.

 

Sardinia et Corsica

Die Bevölkerung der Inseln Sardiniens und Korsikas zeichnete sich schon in der Antike durch seinen Unabhängigkeitswillen aus. Obwohl sich Griechen und Karthager auf den Inseln ansiedelten, blieb das Landesinnere freies Land. Im vierten Jahrhundert versuchten auch die Römer auf den Inseln zu siedlen. Doch diese Bemühungen waren zunächst nicht sehr erfolgreich.

In Folge des Ersten Punischen Krieges verloren die Karthager Sardinien und Korsika, und 227 v. Chr. übernahm der erste römische Prätor sein Amt in Carales, dem heutigen Cagliari. Von hier aus wurde auch Korsika mitverwaltet.

Die sardische und korsische Bevölkerung versuchte weiterhin gegen Rom zu ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Zum Teil hatten sie damit auch Erfolg. Der Einfluss der römischen Kultur und Macht zeigte sich vor allem in den Küstenstädten. Im Landesinneren fand man wenige Zeugnisse römischer Artefakte.

Die Inseln waren für Rom wirtschaftlich wenig ergiebig. Interessant war nur der Getreideanbau auf Sardinien und das Holz aus den Wäldern Korsikas. Kupfer und Blei aus Sardinien wurden nach Rom exportiet.

Der Ruf der Inseln war in Rom nicht sehr gut. Das unwirtliche Klima und die rebellischen Ureinwohner sorgten für diese Abneigung. Eine Zeitlang nutze Rom deshalb die Inseln als Verbannungsort für missliebige Politiker.

Gegen Ende der Kaiserzeit wurde die Provinz geteilt, und die Inseln bildeten separate Verwaltungseinheiten.

Gallia Cisalpina

Norditalien war zwischen dem vierten und dritten Jahrhundert vor Christus ein Spannungsgebiet. In der Po-Ebene hatten sich im Lauf der Jahrhunderte gallische Stämme angesiedelt. Die Insubrer siedelten in der Gegend des heutigen Mailand, die Cenomanen bei Brescia und Verona und die Senonen an der Adriaküste. Die kriegerischen Stämme drangen immer wieder nach Süden vor und bedrängten die Etrusker und Römer. Dabei erzielten die Gallier 387 v. Chr. ihren größten Erfolg, als sie Rom brandschatzten und erst gegen Zahlung eines hohen Tributs abzogen.

In den folgenden hundert Jahren folgten weitere kriegrische Auseinandersetzungen. 283 v. Chr. errangen die Römer am Vadimonischen See einen wichtigen Sieg gegen die Gallier. Die Römer drangen anschließend in das Gebiet der Senonen vor und massakrierten die Bewohner und vertrieben die Überlebenden. 268 v. Chr. wurde das ehemalige Stammesgebiet römisches Land.

Weitere Siege der Römer erfolgten 225 v. Chr. am Tyrrhenischen Meer und 222 v. Chr. bei Placentia. Die unterlegenden Gallier wurden getötet bzw. vertrieben. 218 v. Chr. begann Rom, eigene Städte in dn unterworfenen Gebieten zu gründen.

Während Hannibal den Krieg nach Italien brachte, schöpften die Gallier neuen Mut und griffen auf der Seite von Karthago in den Konflikt ein. Doch mit dem Abzug des karthagischen Feldherrn schwand die Hoffnung der Gallier auf Unabhängigkeit. Rom setzte seine Koloniesierungspoltik fort. Zahlreiche Städte erhielten zunächst das latinische Stadtrecht, später die civitas romanum. Seit 42 v. Chr. gehörte das Gebiet ganz zu Italien. Seit dieser Zeit war das Gebiet als Gallia Cisalpina bekannt.

Die Provinz wurde in folgende Regionen ein:
Aemilia, Liguria, Venetio et Istria und Transpadana.

Literatur:

Bechert, Tilmann:
Die Provinzen des Römischen Reiches : Einführung und Überblick
Mainz: von Zabern 1999
(Sonderbände der Antiken Welt; Orbis Provinciarum ; Zaberns Bildbände zur Archäologie.)
 

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