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Konstantin I. (der Große)

Biografie

Konstantin wurde am 27. Februar 280 in Naissus als Sohn des Kaisers Contantius I. Chlorus geboren. Das Geburtsjahr von Flavius Valerius Constantinus, so Konstantins lateinische Geburtsname, ist historisch nicht belegt. Bereits sein erster Biograph Bischof Eusebius fand kein genaues Geburtsdatum in den vorhandenen Quellen. Auch über die Kindheit Konstantins ist nichts überliefert.

Konstantin wuchs in einer Zeit auf, in der nicht mehr nur ein Kaiser über das Römische Reich herrschte. Diokletian unterteilte das Imperium in mehrere Verantwortungsbereiche auf, die er einem Mitregenten zuteilte. Diokletian verwaltete die östlichen Teile des Reiches, während Maximian das weströmische Reich beherrschte.

Die Größe des Reiches und die zahlreichen militärischen Konflikte führten dazu, dass die beiden Kaiser sich je einen Regenten aussuchten, der für einen Teil des west- bzw. weströmischen Reiches verantwortlich war. So sicherte Constantinus Chlorus Britannien und Galerus die Grenze nach Persien.

So herrschten für etwa zwölf Jahre vier Kaiser über das Reich. 305 traten Diokletian und Maximian zurück. Die Tetrarchie genannte Regierungsform wurde dadurch fortgesetzt, dass Constantinus Chlorus und Galerius zwei ihnen unterstellte neue Mitregenten wählten. Constantin I. Chlorus herrschte nur wenige Monate als Kaiser des westlichen Römischen Reiches. Am 27. Mai 306 starb der Kaiser.

Bevor einer seiner Mitregenten zum Kaiser ernannt werden konnte, riefen die Legionen Britanniens den Sohn Constantius I. Chlorus zum Kaiser aus. Doch der ranghöhere Kaiser Galerius wollte Konstantin nicht als gleichrangigen Kaiser im Westen anerkennen und ernannte Severus als Nachfolger Contantius I. Chlorus.

Severus starb kurz darauf, und Licinius wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Konstantin wollte sich aber nicht unterordnen und suchte Verbündete in seinem Kampf um die Herrschaft im Westen des Reiches. Schließlich arrangierte er sich mit Licinius und bekämpfte ihren gemeinsamen Gegner Maxentius.

312 kam es zum entscheidenden Aufeinandertreffen der Legionen Konstantins mit den Truppen Maxentius an der Milvischen Brücke. Maxentius, der zu dieser Zeit über die Stadt Rom und Italien herrschte, trat Konstantin vor den Toren Roms entgegen. Konstantin versuchte seine Truppen zu motivieren, in dem er ihnen von einer Vision erzählte, die von Gott gesandt worden sei.

Konstantin verehrte wie sein Vater den römischen Gott Sol. Dieser sollte Konstantin prophezeit haben, zum Herrscher der Welt bestimmt  zu sein. Diese “Vision” sollte das Schicksal Europas prägen. Die Christen verstanden es später geschickt, diese Prophezeiung als eine Verkündigung Gottes zu präsentieren, die zum Sieg Konstantins führte. Der Machtpolitiker Konstantin widersprach dieser Deutung natürlich nicht. Kontantin schlug die Legionen des Maxentius, der dabei umkam.

Nach dem Einmarsch der Legionen Konstantins, ernannte der römische Senat den siegreichen Feldherrn zum Augustus (Kaiser) des westlichen Reiches. Im Osten hatte sich Licinius gegen seine Rivalen durchgesetzt. Der Frieden zwischen den Kaisern sollte aber nur wenige Jahre halten.

324 suchte Konstantin die Entscheidung. Zu Wasser und an Land marschierte er gegen die Truppen Licinius´. Zunächst siegte Konstantin am 3. Juli 324 bei Adrianopel. Sein Sohn Crispus besiegte kurz danach die Flotte Licinius’ . Licinius versuchte noch vergeblich Byzanz zu halten und wurde am 18. September 324 endgültig bei Chrysopolis geschlagen. Konstantin hatte endgültig die Macht erlangt, die ihm die göttliche Vision angekündigt hatte.

Konstantin I. versorgte zunächst die Mitglieder seiner Familie mit Macht und Einkommen. Seine Mutter, die zum Christentum konvertiert war, erhielt finanzielle Mittel zum Bau von Kirchen.

Die Verwaltung des Reiches setzte Konstantin in der Tradition Diokletians fort und beließ zahlreiche Beamte des Licinius im Amt. Neben der Verwaltung sanierte Konstantin I. auch die Währung des Reiches, in dem er den Solidus einführte.

Es kehrte aber keine Ruhe im Reich ein. Zunächst hatte Konstantin I. innerhalb der eigenen Familie Probleme. Aus unbekannt gebliebenen Gründen ließ er seinen Sohn Crispus und wenig später dessen Stiefmutter Fausta ermorden. Eine Säuberungswelle folgte darauf im Reich. Historiker vermuten hinter diesem brutalen Handeln Konstantins die Niederschlagung einer Verschwörung gegen den Kaiser. Konstantin ernannte später seine Söhne zu ihm untergeordneten Mitregenten.

Die Ermordung vieler Angehöriger der Kaiserfamilie fand zahlreiche Kritiker. Als Konstantin zu einem Regierungsjubiläum Rom besuchte, kam es in der Stadt zu Unruhen. Konstantin, der ein Bewunderer Roms war, reiste empört nach Byzanz ab. Hier legte er 330 den Grundstein für seine neue Hauptstadt Konstantinopel. Konstantinopel wurde zur zweiten Hauptstadt des Römischen Reiches mit einem eigenen Senat.

Konstantin I. hatte sein Reich zu dieser Zeit geordnet, so dass er sich in der Lage sah, gegen die Perser zu Felde zu ziehen. Den Feldzug konnte er nicht mehr durchführen. Er starb 337 an einer unbekannten Krankheit.

Obwohl Konstantin I. als erster christlicher Herrscher Einzug in die Geschichte fand, ist man nicht sicher, ob er selber zum Christentum übergetreten war. Die Kirche instrumentalisierte später den Kaiser, in dem sie verbreitete, dass Konstantin kurz vor seinem Tod sich taufen ließ.

 

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