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Kindheit im antiken Athen

Die Erziehung der Kinder verlief in Athen anders als in Sparta. In Athen bestimmte der Vater über sein Kind.
Die kleinen Säuglinge wurden, wie Abbildungen zeigen, in Stoffbahnen gewickelt und lagen in Körben, Wiegen oder Holzkästen.

Falls die Mutter das Kind nicht stillen und erziehen wollte, übernahm eine Amme diese Aufgabe. Mütter und Ammen sangen den Kindern vor und erzählten Geschichten. Dabei gab es auch Geschichten um unheimliche Geschöpfe, die den Kindern einen heilsamen Schrecken einjagen sollten. Fabeln erfreuten sich bei den Griechen großer Beliebtheit und dienten der Belehrung der Kinder.

Die Kinder spielten mit Klappern, Tieren aus Terrakotta, die Mädchen mit Puppen, deren Gliedmaßen zum Teil beweglich waren. Daneben waren auch zahlreiche Tiere Spielgefährten, von Heuschrecken bis Hunde.

Schule

In Athen gab es keine Schulpflicht. Doch schickten die wohlhabenden Bürger ihre Kinder zur Schule, damit später die Karriere gesichert war. Die Schule war kein öffentliches Gebäude. Die Schüler wurden im Haus des Lehrers unterrichtet.

Der Schüler wurde während seiner Ausbildung von einem Sklaven (Paidagogos) des Hauses betreut. Der Paidagogos brachten den Schüler zur Schule und zurück und brachte ihm Benehmen bei, wobei er auch berechtigt war, seinen Schützling zu züchtigen.

Die Lehrer waren zunächst schlecht bezahlt und wenig angesehen. Das änderte sich erst ab 500 v. Chr.

Lesen

Die Schüler lernten lesen, indem sie zunächst die einzelnen Buchstaben lernten. Erst danach wurden die Wörter gelehrt. Plutarch berichtet, dass im antiken Griechenland die Schüler stets laut vorgelesen haben. Still lesen war nicht üblich.
Lesen war auch deshalb schwierig, weil zwischen den Wörtern keine Satzzeichen und Leerstellen waren.

Die Schüler schrieben auf Wachstafeln oder auf Papyrus. Dazu benutzten sie Griffel oder Federn.
Die Lehrer schrieben die Texte auf eine Tafel oder dem Papyrus vor, und der Schüler zeichnete die Buchstaben nach.
Als Texte wurden vorwiegend die Epen Homers verwendet, die auch gleichzeitig der Erziehung der Kinder dienten.
 

Musik

Die Musik war in Griechenland eine anerkannte und beliebte Kunstform. So waren auch Männer als Sänger geachtet. Man nimmt an, dass in Griechenland die Musik eher gelehrt wurde als Schreiben und Lesen.

Als Instrumente dienten die Kithara (Lyra), ein Zupfinstrument mit bis zu 9 Saiten und der Aulos, ein Blasinstrument.

Die Schüler übten mit ihren Instrumenten, in dem sie den Lehrer nachspielten. Geschriebene Noten gab es zu dieser Zeit nicht. Neben der Instrumentalmusik wurde auch der Gesang gelehrt.

Die Kithara war das Instrument der vornehmeren Gesellschaft, während der Aulos später vor allem von Spielmannsleuten und Hetären gespielt wurde.
Im 4. Jahrhundert wurden Harfen und Tamburine bei den Frauen beliebt. Weiter gab es auch Chöre und “Orchester”, die zu religiösen und privaten Feiern auftraten.

Sport

Neben der Musik hatte die sportliche Betätigung einen wichtigen Stellenwert im Leben der Griechen. Die antiken Epen berichten von zahlreichen Wettbewerben zu den verschiedendsten Anlässen.
 

Wann die Schüler mit dem Sportunterricht begannen ist nicht sicher. Historiker nennen ein Alter zwischen 8 und 12 Jahren. Unterrichtet wurde in zwei Altersklassen durch die Paidotriben. Der Unterricht fand auf Sportplätzen statt, die von einer Mauer und Häusern umgeben waren. Die Wettkämpfe dagegen wurden in Stadien ausgetragen.

Die Athleten waren bei ihren Übungen nackt und hatten sich mit Öl eingerieben. Zu den Übungen wurde Musik gespielt, die den Rhythmus der Bewegungen unterstützen sollte.

Seit dem 6. Jahrhundert gab es einen Sportwettbewerb eigens für Kinder, einen Pentathlon (Fünfkampf) aus Ringen. Laufen, Weitsprung, Diskusswurf und Speerwerfen.

Kinder aus wohlhabenden Familien lernten auch das Reiten. Eine Sportart schienen die Griechen nicht betrieben zu haben - das Schwimmen. Historiker fanden jedenfalls keine Hinweise auf diesen Sport.

Literatur:

Flacelière, Robert:
Griechenland : Leben und Kultur in klassischer Zeit
Reclam 1977

 

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