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Hermann Göring

 

Hermann Göring wurde am 12.1.1893 in Rosenheim geboren. Sein Vater war erster Reichskommissar in Deutsch-Südwest-Afrika. Göring wuchs in einem großbürgerlichen Lebensstil auf.
Als sein Vater nach Deutschland zurückkehrte lebte die Familie auf zwei Schlössern im Salzburger Land und in Franken

Göring besuchte die Kadettenanstalten in Karlsruhe und Berlin. 1912 ging er zur Infanterie, fand aber dann schließlich Gefallen an der Fliegerei. Im Ersten Weltkrieg wurde er als erfolgreicher Jagdflieger mit dem Orden “Pour le mérite” ausgezeichnet.

Nach dem Weltkrieg zog er nach Dänemark und Schweden und arbeitete dort als Kunstflieger. Hier lernte er auch seine erste Ehefrau Karin kennen, die er 1923 heiratete.

Bereits 1921 kehrte er wieder nach Deutschland zurück. Hier begegnete er Adolf Hitler, der, begeistert vom “Kriegshelden” Göring, diesen den Aufbau der SA übertrug. Beim Hitler-Putsch von 1923 wurde Göring verwundet. Er floh vor der polizei nach Österreich. Erst 1927 kehrte er nach Deutschland zurück, nachdem eine Amnestie erlassen wurde.

Görings wirtschaftliche Lage verbesserte sich nun zusehends. Sein Haus war Treffpunkt für Mitglieder der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Seine Weltgewandtheit erleichterte es, Sympathisanten für die NSDAP anzuwerben. 1931 starb seine Frau Karin.

Ein Jahr später gewannen die Nationalsozialisten die Reichstagswahlen und wurden stärkste Fraktion, Göring wurde Reichstagspräsident. Hier nutzte er durch geschicktes Taktieren seinen Einfluss, um die Macht im Staat für die Nationalsozialisten zu gewinnen.

Als die Nationalsozialisten 1933 die Macht an sich rissen, wurde Göring Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett Hitler. Zu dieser Zeit war er nur noch Reichskommissar für Luftfahrt.

Göring war eine zwiespältige Erscheinung, er war ein Anhänger der Nationalsozialisten, trotzdem stellte er immer wieder sogenannten “Regime-Gegnern” oft Schutzbriefe aus, die durchaus anerkannt wurden.
Göring war durch sein Gehabe und seiner Prunksucht bei den Deutschen beliebt. Seine joviale Art des “Leben und leben lassen” konnte aber nicht darüber hinweg täuschen, dass er an der Mordpolitik des Reiches aktiv Anteil nahm.

Göring übernahm im Laufe der jahre zahlreiche Ämter, so war er auch Reichsminister für Luftfahrt und später Oberbefehlshaber der Luftwaffe.

Ihren ersten Einsatz hatte die von Göring geführte Luftwaffe in Spanien, als Angehörige der Legion Condor. Auf Seiten Francos kämpften sie gegen die Anhänger der Republik.

Nach der Reichsprogromnacht (9.11.38) sorgte Göring dafür, dass die Juden aus dem Geschäftsleben herausgedrängt wurden.

Göring war zunächst skeptisch über den Erfolg eines Krieges gegen Polen, so versuchte er durch diplomatische Bemühungen, den Krieg gegen das Nachbarland zu verhindern.

Trotz dieser Skepzis (“Wenn wir diesen Krieg verlieren, dann möge der Himmel uns gnädig sein” war er maßgeblich an den ersten Erfolgen der Luftwaffe beteiligt. Am 19.7.1940 wurde er deshalb von Hitler zum Reichsmarschall ernannt.

Die Luftschlacht um England wurde für ihn zum Wendepunkt. Die Luftwaffe konnte die Lufthoheit  über das Inselreich nicht gewinnen und erlitt hohe Verluste. Seine Fehlentscheidungen für die weitere Luftrüstung führten zur weiteren Schwächung seiner Luftwaffe. Die Bomber der Alliierten konnten in den nächsten Jahren nicht mehr gestoppt werden.

Die zunehmenden Schwierigkeiten führten dazu, dass Göring wieder seiner Morphiumsucht erlag, und er zunehmend den Kontakt zur Realität verlor. So schwand sein Ansehen und seine Macht immer mehr. Seine Prunksucht und sein Wohlleben wurde nun nicht mehr in der Partei geduldet. Görings Konkurrenten um die Macht, Bormann, Himmerl und Goebbels gewannen an Einfluss.

Göring versuchte schließlich gegen Ende des Krieges, mit den Alliierten zu verhandeln. Daraufhin wollte ihn Hitler verhaften lassen, doch der Reichsmarschall floh in amerikanische Gefangenschaft.

Im Nürnberger Prozess zeigte er sich selbstbewusst, seine Verteidigung wurde geschickt geführt. Göring wurde schließlich wegen seiner Mitschuld an den Verbrechen der Nationalsozialisten zum Tode verurteilt.
Er kam seiner Hinrichtung am 15.10.1946 dadurch zuvor, dass er kurz vorher mit Gift Selbstmord beging.

 

Links zum Thema:

Die Luftschlacht um England v. Dt. Hist. Museum
Die Endlösung. Site v. Dt. Hist. Museum

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