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Geschichte Athens

 

Die Jahre 478 bis 431 standen im Zeichen des Erstarkens Athens. Die Konkurrenz zwischen der Stadt und Sparta wuchs immer mehr an und wurde prägend für die weitere Entwicklung.

Der Delisch-Attische Seebund

Auf der Insel Delos schlossen die Athener, deren Flotte in dieser Zeit einen bedeutenden Machtfaktor bildete, mit zahlreichen Poleis und Inselstaaten einen neuen Seebund. Dessen Mitglieder hatten in der Versammlung zwar je eine Stimme, aber viele kleine Staaten waren von Athen abhängig, so dass die athenische Vorherrschaft nicht gefährdet war.

Die Mitglieder des Bundes leisteten in der Regel Zahlungen an Athen, um die militärischen Aktionen zu finanzieren. Athen duldete aus diesen Gründen auch keinen Austritt aus diesem Bündnis. Städte, die rebellierten wurden mit der athenischen Flotte diszipliniert.

Die Athener begannen ihren Einfluss auch auf den Peloponnes auszudehnen, zum Missfallen Spartas.
Nach verschiedenen militärischen Auseinandersetzungen schlossen die beiden Rivalen 446 v. Chr. einen Friedensvertrag über 30 Jahre, der bis 431 auch eingehalten wurde.

Klassische Demokratie

Der Rat der 500 (Bule), der täglich zusammentrat, traf in Athen die politischen Entscheidungen. Er führte die Regierungsgeschäfte. Die hier gefassten Beschlüsse mussten der Volksversammlung (Ekklesia) vorgelegt werden.
Jeder Athener Bürger konnte in diese Versammlung durch Losentscheid bis zwei Mal als Ratsherr gewählt werden.

Die Athener Volksversammlung erließ Gesetze, ernannte Magistrate und entschied die Politik der Polis. Hier konnte jeder Athener ab 18 Jahre Mitglied werden.
Die Versammlung trat auf einem Hügel (Pnyx) zusammen, der Platz bis zu 6000 Personen bot. Aber es nahmen nie alle Bürger an den Versammlungen teil. Athen hatte zu dieser Zeit etwas 40 000 Bürger.
Die Beratungen begannen morgens und endeten am Mittag, selten dauerten sie bis zum Sonnenuntergang. Jeder Bürger hatte hierbei ein Rederecht. Die Sitzungen wurden von einem Vorsitzenden geleitet. Abstimmungen erfolgten durch Handaufheben, das genaue Ergebnis wurde durch Augenschein festgelegt.
In besonders wichtigen Angelegenheiten gab es eine geheime Stimmenabgabe mit Stimmsteinen.

Die Amtsträger (Archonten) wurden durch Los ausgewählt und arbeiteten für ein Jahr. In Ausnahmefällen, wenn spezielle Fachkenntnisse erforderlich waren, wurden die Amtsträger von der Volksversammlung gewählt.

Peloponnesischer Krieg

Die Politiker Athens mischten sich in die innerpeloponnesischen Zwistigkeiten ein, so dass Sparta sich bedroht fühlte. 431 endete die Friedensphase zwischen den beiden Städten.

Die Spartaner marschierten in den ersten drei Jahren öfters nach Attika ein und verwüsteten das Land. Athen griff mit seinen Seestreitkräften an. Beide Seiten errangen dabei keine bleibenden Erfolge. 421 schlossen beide einen Friedensvertrag (Nikiasfrieden) über 50 Jahre.

Die Spannungen hielten weiter an. Athen mischte sich weiter in die Angelegenheitender Halbinsel ein. 418 trafen die gegnerischen Heere bei Mantineia wieder aufeinander. Die Spartaner gingen als Sieger aus der Schlacht hervor.

Die athenische Aussenpolitik wandte sich in dieser Zeit Sizilien zu, indem sie eine griechische Polis gegen den mächtigen Stadtstaat Syrakus beistand. Damit sollte ein mögliches Bündnis zwischen Sparta und Sysrakus verhindert werden.

415 segelte eine Athenische Flotte nach Sizilien. Nach wechslenden Erfolgen erlitten die Athener eine vernichtende Niederlage. Syrakus hatte mit Unterstützung Spartas seine Eigenständigkeit bewahrt.

Auch in Attika flammten die Kämpfe wieder auf. Diesmal zogen die Spartaner aber nach einem Feldzug sich nicht zur Winterpause zurück. Sie errichteten eine Garnison in Attika und bedrohten damit den Gegner ganzjährig.

Ab 412 begann Sparta mit dem Ausbau seiner Flotte. Finanziell wurde Die Stadt von den Persern unterstützt.

Athen, von der Niederlage gezeichnet, veränderte in dieser Zeit seine Verfassung. Die Demokratie wurde als hinderlich in einem Krieg empfunden. Verschiedene Interessengruppen kämpften zu dieser Zeit um die Macht, wobei auch vor Mord nicht zurück geschreckt wurde. Ein “Rat der 400” wurde berufen und regierte für kurze Zeit. Gegen 411 wurde er aber wieder gestürzt.

In den nächsten Jahren verzeichnete Athen militärische Erfolge. Doch 405/404 fiel die endgültige entscheidung zugunsten Spartas, das die Athener Flotte bei Aigospotamoi vernichtend schlug.

Im Friedensvertrag von 404 v. Chr. verlor Athen alle seine Besitzungen, der Seebund und die Flotte wurden aufgelöst, die Befestigungen geschliffen.

 

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