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Geschichte Athens
Die Perserkriege
Die neue militärische Stärke zeigte sich bei den Angriffen Athens gegen die spartanischen Verbündeten, Böoter und Chalkider. Athen besetzte zum ersten Mal fremdes Territorium.
Der persische König Dareios, der kurz vorher den ionischen Aufstand niedergeschlagen hatte, wollte seine Macht nach Griechenland ausweiten und verlangte 491 die Unterwerfung der Städte. Athen und Sparta weigerten sich, im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Inseln. Athen wählte Miltiades zum Strategos.
Marathon
490 griffen die Perser Naxos und die Kykladen an. Sie eroberten Euboia und bedrohten unmittelbar Athen. Die Perser zogen weiter nach Süden zur Ebene von Marathon. Die Athener hatten in der Stadt bereits ihre Truppen zusammen gezogen. Miltiades marschierte dem Gegner entgegen. Um seine Truppen zu verstärken, übernahm er zahlreiche Sklaven als Hopliten in Dienst. Die Spartaner erschienen nicht rechtzeitig zur Schlacht.
Die athenische Führung war uneins über die Taktik. Miltiades war für für den Angriff. Historiker vermuten, dass die Perser schließlich die Initiative auf dem Schlachtfeld übernahmen.
Die Athener verstärkten ihre Flügel, um nicht umgangen zu werden. Sie marschierten schnell auf die persischen Linien zu, damit sie nicht zu lange in der Reichweite der gegnerischen Bogenschützen blieben. Den Athenern gelang es, die persischen Flügel niederzuringen. Die Perser zogen sich zu ihren Schiffen zurück. Athen errichtete für die Gefallenen einen Grabhügel als Denkmal für die Überlegenheit athenischer Waffen.
Die Ekklesia beschloss 489 den Einfluss Athens auf die Kykladen auszuweiten. Sie beauftragten dazu den Sieger von Marathon, Miltiades, mit der Aufgabe. Der Kriegszug war zunächst erfolgreich. Vor Paros blieb der Angriff liegen, und Miltiades zog sich zurück. Seine politischen Gegner sahen ihre Chance und machten ihm den Prozess. Die Ekklesia verurteilte ihn zu einer hohen Geldstrafe. Wenig später starb Miltiades.
Salamis
Die Einnahmen der Stadt Athen aus ihren Silberminen ermöglichten Themistokles mit einem Flottengesetz den Aufbau einer großen Flotte. Dabei musste er sich aber gegen politische Gegner durchsetzen. Die Flotte umfasste 100 - 200 Schiffe. Genauere Zahlen sind nicht eindeutig belegt.
Der Schiffstyp war die Triere. Sie war mit einem Rammsporn im Bug versehen, mit dem gegnerische Schiffe gerammt und versenkt werden konnten. Die Ruderer saßen in diesem Schiffstyp gestaffelt in drei Rängen übereinander. Die Besatzung bestand aus bis zu 170 Ruderer, Hopliten, Bogenschützen und der Bordbesatzung.
Dareios Sohn Xerxes begann 485 einen weiteren Feldzug gegen Griechenland. Der persische Großkönig üerquerte mit seinen Truppen über zwei Schiffsbrücken den Hellepont. Über Thrakien und Makedonien zog er nach Süden. Die Größe seiner Truppen ist nicht genau belegt. Historiker schätzen sie auf etwa 100 000 Soldaten und 600 Schiffe. Ein besondere Einheit im persischen Heer war die Elitetruppe der “10 000 Unsterblichen”.
481 schlossen sich 30 Poleis, unter Führung von Athen und Sparta, im Hellenenbund zusammen, dabei übernahm Sparta das militärische Kommando. Eine Strategie gegen die Eindringlinge gab es zunächst nicht. Im Laufe der Monate zogen sich die griechischen Truppen aus Thessalien Richtung Süden zurück.
Bei dem Thermopylen trafen schließlich die spartanischen Voraustruppen auf die Perser. Auf See kam es zur gleichen Zeit zu ersten Kämpfen zwischen den Flotten.
Nach drei Tagen Kampf wurden die Spartaner unter Leonidas von den Persern vernichtend geschlagen. In den späteren Jahren wurde der Spartaner durch Legenden verklärt. Die Perser eroberten und verwüsteten wenig später Athen, das von seiner Bevölkerung verlassen worden war.
Die athenische Flotte sammelte sich bei der Insel Salamis. Die folgenden Ereignisse beschrieben später ausführlich die Historiker Plutarch und Herodot und der Dichter Aischylos. Auf beiden Seiten standen sich etwa 400 Schiffe gegenüber. Die persischen Trieren galten als schnell, so dass die Griechen planten, den Gegner in engen Gewässern zu bekämpfen, damit die langsameren griechischen Schiffe eine Chance bekamen. Am Morgen der Seeschlacht gelang es den Griechen, die Perser noch weiter in den Sund zu locken. Während der wohl 12stündigen Schlacht wurden die Perser besiegt. Die griechischen Trieren rammten zahllose Gegner und versenkten sie. Im Gedränge behinderten sich die persischen Schiffe sich oft gegenseitig.
Die Strategie des Themistokles war aufgegangen. Die Perser zogen sich nach Thessalien zurück und legten in zahlreichen mittelgriechischen Städte Garnisonen.
Der Sieg
Der persische Befehlshaber Mardonios wollte Athen aus dem Hellenenbund herauslösen, indem er der Stadt einen Pakt anbot, was diese natürlich empört abwiesen. Mardonios marschierte 479 v. Chr. erneut nach Süden und verwüstete mit seinen Truppen Athen und Attika. Während der Kämpfe fiel Mardonios. Im August des Jahres trafen die Truppen bei Plataiai aufeinander. Die griechischen Truppen wurden vom spartanischen Regenten Pausanias kommandiert. Hierbei zeichnete sich das spartanische Heer besonders aus.
Die Athener griffen die Perser in Kleinasien weiter an, um die Ionier zu unterstützen. Sparta zog sich aus diesen Kämpfen zurück, weil für sie nur die Verteidigung des Festlands Vorrang hatte.
Für die beiden Staaten hatten die Perserkriege Folgen für die Innenpolitik. In Athen erstarkten die demokratischen Bewegungen, in Sparta gewann die Volksversammlung mehr Macht.
Die griechischen Historiker stritten sich in der Folgezeit, wer die Perser endgültig besiegt hatten - die Spartaner an Land oder die Athener zur See.
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